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| Meldung | Tipps & Info | Community | 12.02.12 |
LTE in Deutschland mittlerweile gestartet
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UMTS ermöglicht über die Erweiterungen HSDPA (schneller Downstream) und HSUPA (schneller Upstream) Datenraten im Bereich von DSL - doch der Folgestandard LTE (Long Term Evolution) ist noch bedeutend schneller: Pro Zelle ist im Mobilfunk auf Basis von LTE eine Übertragung von 100 MBit/s und mehr möglich.
Wie bei allen Funkdiensten gilt auch für LTE: Je niedriger die Frequenz, desto höher die mögliche Reichweite. Gleichzeitig sind durch die historische Entwicklung und die physikalischen Gegebenheiten im niedrigen Frequenzbereich nur vergleichsweise schmale Bänder frei, die für LTE umgewidmet werden können.
Hilfreich war hierbei die Einführung des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T). Hierdurch wurde das sogenannte UHF-Frequenzband zwischen 790 und 862 MHz für anderen Nutzungen frei. Im Rahmen der Frequenzauktion bei der Bundesnetzagentur (BNetzA), die am 20. Mai 2010 endete, ersteigerten die Mobilfunk-Netzbetreiber o2 und Vodafone sowie die Deutsche Telekom mit ihrer Mobilfunksparte entsprechende Frequenzblöcke aus der digitalen Dividende. Doch auch im GSM- oder UMTS-Frequenzbereich sind LTE-Anwendungen grundsätzlich möglich. Bei der Frequenzauktion im Jahr 2010 haben die Mobilfunkanbieter auch in diesen Bändern Frequenzblöcke aus der ersten UMTS-Frequenzauktion, die zehn Jahre zuvor stattgefunden hatte, ersteigern können. Diese Frequenzblöcke waren von den Unternehmen Quam und mobilcom zurückgegeben worden. Einige Blöcke davon hat E-Plus ersteigert und plant damit in Ballungsräumen LTE im 1800-MHz-Bereich anzubieten.
Bei der Frequenzversteigerung der digitalen Dividende machte die Bundesnetzagentur die Auflage, den LTE-Ausbau zuerst in den sogenannten "weißen Flecken", also bisher nicht mit Breitband-Internet-Zugängen versorgten Gebieten, vorzunehmen. Daher ist LTE zuerst vor allem in eher ländlichen Regionen verfügbar. Hier verfolgen die Mobilfunk-Netzbetreiber die Strategie, Internet per LTE als DSL-Ersatz zu vermarkten. Obwohl LTE eine Mobilfunk-Technologie ist, enthalten diese LTE-Tarife nur einen stationären Internet-Zugang an einer festgelegten Adresse, oft in Kombinationen mit Telefon-Anschluss und Festnetz-Flatrate.
Die Netzbetreiber streben jedoch an, die Ausbau-Verpflichtungen der Bundesnetzagentur so schnell wie möglichen zu erfüllen, um LTE auch in Großstädten und anderen Ballungsräumen auszubauen, wo ein lukrativeres Geschäft lockt. Hier soll LTE vor allem dazu dienen, Kapazitätsengpässe für mobiles Internet zu schließen, die aufgrund der Popularität von Smartphones und UMTS-Surfsticks entstanden sind.
Vodafone, die Deutsche Telekom und o2 sowie die Service Provider 1&1 und mobilcom-debitel sind schon mit ihren LTE-Angeboten gestartet. Dabei ist derzeit die Zahl der LTE-Basisstationen jedoch noch gering. Um herauszufinden, ob LTE an der eigenen Adresse verfügbar ist, gibt es auf den Webseiten von Telekom (www.telekom.de/4g) und o2 (o2 LTE) Verfügbarkeitschecks, bei denen der Interessent seine Adresse eingeben muss. Dagegen gibt es von Vodafone eine recht detaillierte Deutschland-Karte zur Netzabdeckung, die auch die LTE-Verfügbarkeit anzeigt.
Eine Übersicht über aktuelle LTE-Tarife für die stationäre und mobile Nutzung haben wir für Sie zusammengestellt. Nach Überschreiten des monatlichen Inklusivvolumens entstehen keine weiteren Kosten fürs Surfen, jedoch wird - wie derzeit bei Internet-Flatrates im Mobilfunk üblich - die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt.
Die Entwicklung der LTE-Technologie ist also in vollem Gange. Es bleibt spannend, ob die Mobilfunker ihren Versprechen einhalten können und wie die LTE-Angebote von den Kunden angenommen werden. Die Konkurrenz zwischen den Netzbetreibern wird im LTE-Geschäft dabei vorerst gering bleiben, da sie den Ausbau in unterschiedlichen Regionen begonnen haben.
Auf einer zwei weiteren Seiten zu LTE lesen Sie, welche Technik hinter LTE steckt und welche Tarife es bereits gibt: