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West-Fernsehen im Osten


Handyverrückter schreibt am 20.08.2017 19:02
Wie hat man denn im Osten damals Westfernsehen sehen können, wenn im Westen PAL und im Osten SECAM verwendet wurde?
War das Bild dann einfach SW oder wie sah das aus?
[1] EnnoH antwortet auf Handyverrückter
20.08.2017 19:15
Benutzer Handyverrückter schrieb:
Wie hat man denn im Osten damals Westfernsehen sehen können, wenn im Westen PAL und im Osten SECAM verwendet wurde? War das Bild dann einfach SW oder wie sah das aus?
Die Ostfernseher wurden von findigen Leuten mit sogenannten PAL-Decodern aufgerüstet und der Zuschauer musste dann - so war es jedenfalls bei meinem Großvater - mit einem Kippschalter von SECAM auf PAL und umgekehrt "umschalten".

Spätere Geräte konnten dann auch ohne diese manuelle Umschaltung beide Systeme in bunt auf die Mattscheibe bringen.
[1.1] CBS antwortet auf EnnoH
20.08.2017 20:48
Benutzer EnnoH schrieb:
Benutzer Handyverrückter schrieb:
Wie hat man denn im Osten damals Westfernsehen sehen können, wenn im Westen PAL und im Osten SECAM verwendet wurde? War das Bild dann einfach SW oder wie sah das aus?
Die Ostfernseher wurden von findigen Leuten mit sogenannten PAL-Decodern aufgerüstet und der Zuschauer musste dann - so war es jedenfalls bei meinem Großvater - mit einem Kippschalter von SECAM auf PAL und umgekehrt "umschalten".

Spätere Geräte konnten dann auch ohne diese manuelle Umschaltung beide Systeme in bunt auf die Mattscheibe bringen.

Und wer keinen PAL-Decoder hatte, konnte das Fernsehen in Schwarz/Weiss schauen. Es war nämlich dieselbe Fernsehnorm (B/G), die in Ost- und Westdeutschland verwendet wurde. Oftmals wurde (und wird) PAL, Secam oder NTSC fälschlicherweise als Fernsehnorm angenommen, es handelt sich dagegen streng genommen lediglich um die Farbnorm.
[1.1.1] bholmer antwortet auf CBS
20.08.2017 23:14
Benutzer CBS schrieb:
Benutzer EnnoH schrieb:
Benutzer Handyverrückter schrieb:
Wie hat man denn im Osten damals Westfernsehen sehen können, wenn im Westen PAL und im Osten SECAM verwendet wurde? War das Bild dann einfach SW oder wie sah das aus?
Die Ostfernseher wurden von findigen Leuten mit sogenannten PAL-Decodern aufgerüstet und der Zuschauer musste dann - so war es jedenfalls bei meinem Großvater - mit einem Kippschalter von SECAM auf PAL und umgekehrt "umschalten".

Spätere Geräte konnten dann auch ohne diese manuelle Umschaltung beide Systeme in bunt auf die Mattscheibe bringen.

Und wer keinen PAL-Decoder hatte, konnte das Fernsehen in Schwarz/Weiss schauen. Es war nämlich dieselbe Fernsehnorm (B/G), die in Ost- und Westdeutschland verwendet wurde. Oftmals wurde (und wird) PAL, Secam oder NTSC fälschlicherweise als Fernsehnorm angenommen, es handelt sich dagegen streng genommen lediglich um die Farbnorm.

Das amerikanische NTSC System hatte einen zusätzlichen Regler am Fernseher, den "Tint" Knopf. Damit konnte man den Farbton so einstellen, dass die Haut der dargestellten Personen so einigermaßen natürlich wirkten. Das war auch der entscheidende Nachteil des NTSC Systems.
Das Fernsehen der amerikanischen Streitkräfte wurde in Deutschland damals ebenfalls von den Sendern der Garnisonen in NTSC ausgestrahlt, war aber im Gegensatz zu den AFN Radioprogrammen nur in der Umgebung der Kasernen zu empfangen. Dieses System hatte zudem noch 525 Zeilen statt 625 in Europa und 60 Halbbilder statt 50. Der Tonträger wurde 4,5 MHz neben dem Bildträger abgestrahlt und war daher nur mit Multinormfernsehern zu empfangen.
Aber auch in Europa war es nicht einheitlich. Während in Mitteleuropa der Tonträger auf 5,5 MHz lag (PAL B/G), war er auf den britischen Inseln bei 6 MHz (PAL I) und in Osteuropa und der UdSSR bei 6 MHz.(SECAM H)
In Großbritannien gab es in den 70er Jahren noch Sender auf Band I, die in einer geringen Auflösung mit ich glaube 405 Zeilen sendeten.




[1.1.1.1] x-user antwortet auf bholmer
21.08.2017 14:08
Benutzer bholmer schrieb:
Das Fernsehen der amerikanischen Streitkräfte wurde in Deutschland damals ebenfalls von den Sendern der Garnisonen in NTSC ausgestrahlt, war aber im Gegensatz zu den AFN Radioprogrammen nur in der Umgebung der Kasernen zu empfangen. Dieses System hatte zudem noch 525 Zeilen statt 625 in Europa und 60 Halbbilder statt 50. Der Tonträger wurde 4,5 MHz neben dem Bildträger abgestrahlt und war daher nur mit Multinormfernsehern zu empfangen.
Aber auch in Europa war es nicht einheitlich. Während in Mitteleuropa der Tonträger auf 5,5 MHz lag (PAL B/G), war er auf den britischen Inseln bei 6 MHz (PAL I) und in Osteuropa und der UdSSR bei 6 MHz.(SECAM H)

Für Reise oder Camping brauchte man unbedingt einen Hybrid-TV, diese kleinen Multinormgeräte (SABA, Grundig) waren fast doppelt teuer wie normale. Damit konnte man sowohl Secam-Ost (DDR u.a.) aber auch Secam-West (Frankreich usw.) mit Ton+Farbe empfangen.

AFN-TV ging damit auch, übrigens in ganz Berlin, auch in den Randgebieten, sogar mit normaler Zimmerantenne. Zu Zeiten der Wende waren die News der Amis u. der DDR-Akt.Kamera besonders spannend ;)