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13.03.2018 - 18:54
Dualsim

o2 liefert Samsung Galaxy S9 Plus in der Dual-SIM-Variante

Neues Denken beim Netzbetreiber?

Die Mehrheit der aktuellen Androiden, egal ob Top-Smartphone, Mittelklasse- oder "Einsteiger"-Gerät, wird von den Herstellern auch jeweils in einer Dual-SIM-Variante angeboten, in die sich zwei SIM-Karten gleichzeitig einlegen lassen. Dafür gibt es mehrere praktische Anwendungen: Man kann so auf einem Handy unter zwei Nummern erreichbar sein, zum Beispiel einer dienstlichen und einer privaten Nummer. Oder man kann dank Dual-SIM-Funktion nach Bedarf zwischen den Datendiensten zweier unterschiedlicher Netzbetreiber umschalten, zum Beispiel o2, die preislich um einiges attraktiver sind als die Konkurrenz und an einigen Stellen - beispielsweise in der Berliner U-Bahn - sogar deutlich besser funktionieren als die Konkurrenz, deren Netz aber auch einige, nun ja, größere Löcher enthält, die man dann mithilfe einer zweiten SIM stopfen kann.

Karton des Samsung Galaxy S9 Plus Duos

Karton des Samsung Galaxy S9 Plus Duos
Foto: teltarif.de

Beide SIM-Karten sind gleichzeitig im Netz eingebucht und beide können gleichzeitig Anrufe empfangen. Aktiv telefonieren kann man natürlich nur mit jeweils einer SIM-Karte. Zudem ist von den beiden SIM-Karten immer nur eine aktiv ins Datennetz eingebucht. Will man den Datendienst wechseln, muss man die Daten-SIM im Handy-Menü umschalten, was aber nur wenige Sekunden dauert. Die jeweils andere SIM kann nur für Sprache und SMS genutzt werden und sie kann sich beim Samsung Galaxy S9 und S9 Plus nicht ins 4G-Netz, sondern nur in 2G- und 3G-Netze einbuchen. VoLTE-Telefonate sind also nur mit der auch für Datendienste genutzten SIM-Karte möglich.

Wegen der vielen Nutzungsmöglichkeiten von Dual-SIM-Handys, die (meist) auch die Verwendung einer SIM-Karte eines anderen Netzbetreibers oder Discounters enthalten, scheuen die Netzbetreiber den Vertrieb von Dual-SIM-Geräten bisher allerdings (fast) so, wie der Teufel das Weihwasser. Deswegen mussten die Gerätehersteller insbesondere für den europäischen Markt, wo ein Großteil der Smartphones über die Netzbetreiber vertrieben wird, immer auch noch eine Single-SIM-Version ihrer Dual-SIM-tauglichen Geräte liefern.

Handy bestellt - Dual-SIM-Version geliefert

Samsung Galaxy S9+
Datenblatt Test

Um so erstaunter waren wir heute in der Redaktion, dass ein bei Telefónica (o2) für eine Vertrags­verlängerung bestelltes Samsung Galaxy S9 Plus ohne weitere Nachfrage als Samsung Galaxy S9 Plus Duos geliefert wurde, also mit Dual-SIM-Funktion. Bei der Bestellung war nur die Farbe ("schwarz") gewählt worden.

Anlässlich der offiziellen Vorstellung des Galaxy S9 und S9 Plus auf dem Mobile World Congress hatte Samsung verlautbart, künftig die Duos-Variante stärker fördern zu wollen. Die Förderung durch Samsung könnte darin bestehen, dass die Duos-Variante gerade anfangs die kürzeren Lieferzeiten hat oder gar zu einem etwas günstigeren Preis von Samsung an Händler und Netzbetreiber abgegeben wird. Und da o2 auf der eigenen Homepage bei den Angeboten mit dem S9 Plus zwar die Dualkamera, nicht aber die Dual-SIM erwähnt, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass o2 vor allem deswegen derzeit die Duos-Version an seine Kunden verschickt, weil diese besser verfügbar ist.

Der SIM-Karten-Schlitten des Samsung Galaxy S9 Duos

Der SIM-Karten-Schlitten des Samsung Galaxy S9 Duos: In die linke Aussparung kann die erste SIM eingelegt werden, in die rechte Aussparung die zweite SIM oder alternativ eine Speicherkarte.
Leider ist ein Betrieb mit zwei SIM-Karten und mit einer Speicherkarte nicht möglich.
Foto: teltarif.de

Umdenken bei den Netzbetreibern?

Genauso ist es aber auch denkbar, dass bei den Netzbetreibern langsam doch ein Umdenken bezüglich der Dual-SIM-Funktion einsetzt: Denn bei einem Single-SIM-Gerät fliegt ja die alte SIM auf jeden Fall raus, wenn - aus welchem Grund auch immer - vorübergehend oder dauerhaft auf eine neue SIM gewechselt wird. Bei Dual-SIM-Geräten kann die alte SIM hingegen im Gerät verbleiben und so doch noch Umsätze machen.

Als Beispiel sei das Roaming außerhalb der EU genannt: Da Datenroaming in so gut wie allen Zielländern unbezahlbar ist, geht der Trend bei Fernreisen dahin, am Zielort eine neue Prepaid-SIM für die Datennutzung vor Ort zu kaufen. Normale Anrufe sind dann unter der bestehenden Rufnummer nicht mehr möglich, WhatsApp-Anrufe hingegen schon: So lange man WhatsApp nicht mit der neuen Nummer der lokalen Prepaid-SIM registriert, bleibt die alte Nummer gültig. So entgeht den Netzbetreibern nicht nur das Datenroaming, sondern auch das Sprachroaming. Kann hingegen in einem Dual-SIM-Gerät die Heimatkarte im Gerät verbleiben und sich einbuchen, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass doch zwei oder drei Roaming-Anrufe getätigt oder entgegengenommen werden, und so der Heimnetzbetreiber seine Umsätze etwas steigert.

Zufallstreffer?

Weiterhin bleibt die Frage, ob es sich hier um einen Zufallstreffer oder doch um einen Trend handelt. Insbesondere würden wir gerne wissen, welche Variante des Galaxy S9 die anderen beiden Netzbetreiber ausliefern, die wahrscheinlich beide mengenmäßig vor o2 liegen. Nutzen Sie daher bitte unser Forum, um Ihre Erfahrung mit der Duos-Variante des Samsung Galaxy S9 und S9 Plus zu schildern: Welche Version haben Sie erhalten? Bei welchem Netzbetreiber oder Händler hatten Sie das Gerät gekauft? Handelte es sich um einen Neuvertrag, eine Vertragsverlängerung oder einen Gerätekauf unabhängig von einem Vertrag? Und wurden Sie gefragt, ob Sie die Single-SIM- oder Dual-SIM-Variante haben möchten? Haben Sie dann auch die Wunsch-Variante erhalten?

Wir werden das Feedback sammeln und in einem Folgeartikel zusammenfassen.

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© WhatsBroadcast

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