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21.04.2019 - 16:00
Aktualisierung

Darum sind Firmware-Updates so wichtig

Bei Smart-TV und Co. gehts auch um die Sicherheit

Updates für das Smart­phone oder den Computer nerven viele. Gefühlt kommen sie immer zum schlech­testen Zeit­punkt oder stören durch Häufig­keit und stän­dige Benach­rich­ti­gungen. Dabei erfüllen sie wich­tige Aufgaben. Sie beheben Soft­ware-Fehler, bringen neue Funk­tionen und schließen gefähr­liche Sicher­heits­lü­cken.

Firm­ware-Updates versorgen nicht einzelne Programme, sondern das Soft­ware-Grund­ge­rüst eines Geräts mit Verbes­se­rungen. Nicht nur für PC oder Mobil­te­le­fone sind diese wichtig. Lang­le­bige Produkte wie Blu-ray-Player, Kameras oder Drucker werden so eben­falls immer auf dem aktu­ellen Stand der Technik gehalten.

Diese Geräte hat man oft wesent­lich länger als etwa ein Smart­phone. "Daher sind konti­nu­ier­liche Sicher­heits­up­dates über die gesamte Lebens­dauer des Geräts sehr wichtig", sagt IT-Sicher­heits­ex­perte Matteo Cagnazzo vom Institut für Internet-Sicher­heit.

Wie kommt das Update auf das Gerät?

Insbesondere Smart-TVs sollten regelmäßig ein Update erhalten

Insbesondere Smart-TVs sollten regelmäßig ein Update erhalten
Bild: dpa

Die meisten Internet-fähigen Geräte können ein Firm­ware-Update erhalten. Aber nicht bei allen ist dies auch vorge­sehen. Am besten sollte gleich bei einer Neuan­schaf­fung in der Bedie­nungs­an­lei­tung nach­ge­schaut werden, ob und auf welche Art und Weise Updates bereit­ge­stellt werden.

"Smarte Fern­seher machen meist von selbst auf ein neues Update aufmerksam, wenn sie mit dem Internet verbunden sind", erklärt Ulrike Kuhl­mann von der "c't". Der Besitzer muss nichts weiter tun, als die Instal­la­tion des Updates zu bestä­tigen. Nach wenigen Minuten ist der Fern­seher wieder start­klar.

Kuhl­mann rät, den Smart-TV alle paar Monate mit dem Internet zu verbinden, falls er nicht dauer­haft online ist. So kann das Gerät nach Updates suchen und sich aktua­li­sieren. Ältere Smart-TVs benö­tigen ein manu­elles Update, dass der Nutzer selbst herun­ter­laden und über einen USB-Stick aufspielen muss. Infor­ma­tionen finden sich im Netz auf den Service- und Produkt­seiten der Hersteller. Auch bei Fest­plat­ten­re­kor­dern, Recei­vern oder Blu-ray-Playern läuft es so.

Strea­ming-Geräte wie Amazons Fire TV Stick, Googles Chro­me­cast oder Apple TV versorgen sich selbst­ständig mit Updates, glei­ches gilt für Spie­le­kon­solen - sofern sie mit dem Netz verbunden sind.

Bei Geräten, die nicht regel­mäßig mit dem Internet verbunden sind, muss der Nutzer sich selbst infor­mieren, ob ein Update vorhanden ist. Dazu zählen zum Beispiel Kameras oder Navi­ga­ti­ons­ge­räte.

Auch viele Autos werden regel­mäßig mit neuer Soft­ware versorgt. Das geschieht in der Regel während einer Inspek­tion. In drin­genden Fällen werden Auto­be­sitzer benach­rich­tigt und müssen einen Werk­statt­termin verein­baren.

Was bringt ein Firm­ware-Update?

Updates erfüllen drei Funk­tionen: Sie sollen erstens Fehler in der Soft­ware beheben und Vorgänge opti­mieren. Nach Updates arbeitet das Gerät mitunter spürbar schneller. Häufig wird die Benut­zer­ober­fläche verän­dert. Die zweite Funk­tion eines Updates ist die Erwei­te­rung des Systems um neue Fähig­keiten. Bei einem Fern­seher können das etwa neue Apps sein, bei einer Kamera die Verar­bei­tung neuer Bild- und Video­for­mate oder beim Auto eine verbes­serte Einpark­hilfe.

Manchmal sind Auswir­kungen eines Updates in der Nutzung nicht spürbar. Dann kann es sich um ein Sicher­heits­up­date handeln, der dritten mögli­chen Funk­tion. Sie beheben Sicher­heits­lü­cken im System, die sonst durch Krimi­nelle ausge­nutzt werden könnten. "Die Sicher­heit von Geräten abseits von PC und Smart­phone wird oft vernach­läs­sigt, dabei sind genau die ein lohnendes Ziel für Hacker", sagt Matteo Cagnazzo. Denn Zugangs­mög­lich­keiten finden Angreifer oft durch Sicher­heits­lü­cken oder veral­tete Stan­dards.

So warnt das Bundesamt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­technik (BSI) zum Beispiel davor, dass Smart-TVs mit gezielten Atta­cken von Botnetzen infi­ziert werden können. Vom Fern­seher aus werden dann etwa Spam-E-Mails versendet, ohne dass der Besitzer es merkt.

Manchmal beheben Firm­ware-Updates jedoch keine Probleme, sondern verur­sa­chen sie. Falls eine Aktua­li­sie­rung die Funk­tion eines Gerätes beein­träch­tigt hat, empfiehlt Ulrike Kuhl­mann, den Hersteller zu kontak­tieren. Der muss dann nach­bes­sern.


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dpa /

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