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10.07.2019 - 14:40
Media Analyse Audio

Große Reichweiten-Gewinne für DAB+-Programme

Erstmals detaillierte Aufdröselung DAB+ und online

Mit Span­nung wurde die heutige Bekannt­gabe der ma 2019 Audio II erwartet. Erst­mals werden in der Reich­weiten­analyse Hörer­zahlen präsen­tiert, die auf einer Fusion von ma Radio, der Webradio- und der DAB+-Studie basieren. Damit erhält die Werbe­indus­trie zum ersten Mal eine genaue Aufdrö­selung, welches Radio­programm auf welchem Verbrei­tungsweg wie oft gehört wird.

Deut­liche Reich­weiten­gewinne bei bundes­weiten DAB+-Sendern

Schwarzwaldradio schafft den Sprung in die Media Analyse

Schwarzwaldradio schafft den Sprung in die Media Analyse
Bild: Schwarzwaldradio

Eines kann man nach Auswer­tung der Ergeb­nisse klar sagen: Radio­programme, die zumin­dest auch oder ausschließ­lich terres­trisch über das Digi­talradio DAB+ verbreitet werden, sind die großen Gewinner der Media Analyse. Große Zuwächse gab es bei den bundes­weiten Sendern Radio Schla­gerpa­radies, Klassik Radio, Absolut Relax, sunshine live und Radio Bob (in Hessen). Erst­mals in die MA aufge­nommen mit respek­tablen 20.000 Hörern pro Durch­schnitt­stunde wurde Schwarz­wald­radio. Das über DAB+ und Webstream verbrei­tete natio­nale Angebot von Radio Energy schaffte es sogar aus dem Stand auf 250.000 Hörer pro Stunde. Bei den werbe­freien Programmen verdop­pelt Deutsch­land­funk Nova seine Reich­weite.

Span­nend ist die Detail­auswer­tung der Statistik und hier vor allem der Vergleich zwischen den Verbrei­tungs­wegen Strea­ming (die Werbe­indus­trie bevor­zugt diesen Weg wegen der Möglich­keiten der Perso­nali­sierung und Rück­kanal) und dem Digi­talradio DAB+. Viele Programme werden inzwi­schen über DAB+ öfter einge­schaltet als über den Online-Stream, obwohl sie zum Teil nur regional begrenzt digital-terres­trisch verbreitet werden, während der Webstream bundes­weit verfügbar ist. So errei­chen beispiels­weise Klassik Radio oder Radio Teddy weit mehr Hörer über das digital-terres­trische Radio. Schwarz­wald­radio hat sogar fast ausschließ­lich Hörer über DAB+, der Webstream wird so gut wie gar nicht genutzt. Inter­netradio liegt dagegen vor allem bei jüngeren Hörern vorn: So errei­chen Wellen wie YOU FM (Jugend­radio des Hessi­schen Rund­funks) oder das junge, alter­native egoFM mehr Hörer online als über DAB+.

UKW-Wellen verlieren Hörer

Einige Sender, die bisher nicht über DAB+ zu hören sind, gehören zu den Verlie­rern der ma 2019 Audio II. Vor allem in Nord­rhein-West­falen gab es - frei­lich auf hohem Niveau - leichte Einbrüche bei radio NRW und einigen Lokal­funk-Kombis, was auf verän­derte Hörge­wohn­heiten und eine Abwan­derung der Hörer zu Digi­talwellen hindeutet. Auch Rock­land Radio in Rhein­land-Pfalz hat Hörer verloren, was daran liegen dürfte, das in weiten Landes­teilen mit Radio Bob und Rock Antenne Konkur­renten über DAB+ besser zu hören sind.

Über Wasser halten konnten sich die privaten Veran­stalter aus Nieder­sachsen, dem Land, aus dem es zuletzt heftige Stör­feuer gegen das Digi­talradio gab: Antenne Nieder­sachsen, radio ffn und Radio 21 gewannen hinzu. Das dürfte die Politik stärken, weiter auf Markt­abschot­tung und eine Ausgren­zung poten­zieller Konkur­renten zu setzen.

Von der Media Analyse geht ansonsten eine recht eindeu­tige Message für Radio­sender aus: Natür­lich ist UKW mit großer Domi­nanz weiter der meist genutzte Weg zum Radio­hören. 3,76 Millionen Hörer nutzen an einem durch­schnitt­lichen Tag DAB+, während es unab­hängig vom Empfangsweg rund 54 Millionen sind. Wer aber nicht in die digi­tale Zukunft inves­tiert und zumin­dest auch auf das Pferd DAB+ setzt, dem drohen in naher Zukunft Reich­weiten­verluste.


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