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06.12.2018 - 10:55
Defizite

connect & Co: Diese Aspekte fehlen bei den Netztests

Nicht alle Szenarien berücksichtigt

In den vergangenen Wochen haben einige Fachmagazine wieder ihre Mobilfunk-Netztests veröffentlicht. Das Bild ist dabei recht einheitlich: Die Deutsche Telekom liegt ganz klar vorne, mit etwas Abstand folgt Vodafone, während Telefónica mit etwas deutlicherem Abstand auf Platz drei liegt, aber im Vergleich zum Vorjahr vor allem in Städten einen Sprung nach vorne gemacht hat.

Die Ergebnisse entsprechen auch den Erfahrungen, die wir in den vergangenen Monaten bei der Nutzung der drei deutschen Handynetze gemacht haben. Dennoch gibt es auch Stimmen, nach denen beispielsweise das Telekom-Netz in Städten gar nicht so gut ist wie es die Netztests suggerieren. Hinterfragt man diese Aussagen, dann erfährt man oft, dass die LTE-Abdeckung innerhalb von Gebäuden gemeint ist.

Indoor-Messungen fehlen

Netztest-Nachbetrachtung

Netztest-Nachbetrachtung
Foto: teltarif.de

Sieht man einmal von den Crowd-Komponenten ab, die in die Netztests einließen, so erfolgen die Messungen in der Tat nur outdoor bzw. mobil, nie aber innerhalb von Gebäuden. Dort kann das Bild je nach Netzausbau am jeweiligen Ort in der Tat völlig anders aussehen - etwa wenn die Telekom nur LTE auf 1800 und/oder 2600 MHz ausgebaut hat, Vodafone und Telefónica aber auf 800 MHz "funken".

Die niedrigeren Frequenzen kommen physikalisch bedingt besser durch Wände und bieten so nicht nur eine höhere technische Reichweite, sondern auch eine höhere Chance, in geschlossene Räume zu dringen. Die Telekom rüstet in vielen Städten LTE auf 800 und 900 MHz nach, um dieses Manko auszugleichen. Wo das noch nicht erfolgt ist, kann es aber gut sein, dass man im Netz des Bonner Betreibers zwar auf der Straße mit 100 MBit/s und mehr surfen kann, innerhalb von Gebäuden aber nur noch GSM und EDGE mit sehr langsamen Übertragungsgeschwindigkeiten zur Verfügung steht.

Ländliche Regionen werden vernachlässigt

Ein weiteres Defizit bei den Netztests ist die Vernachlässigung ländlicher Regionen. Alle Mobilfunknetze sind in Groß- und Kleinstädten sowie entlang von Verbindungsstraßen, die die Ballungszentren miteinander verbinden, traditionell besser ausgebaut als mitten im Harz, im Schwarzwald oder im Bayerischen Wald. Würden die Tests auch in solchen Gegenden, zu denen ja auch Ferienregionen gehören, durchgeführt werden, so könnte sich ebenfalls ein anderes Bild ergeben.

Natürlich ist es unmöglich, solche Messungen bis zum letzten Bauernhof durchzuführen. Zumindest stichprobenartig wäre aber eine Berücksichtigung ländlicher Regionen wünschenswert, um zu ermitteln, welcher Betreiber wirklich auch in den Netzausbau in die Fläche investiert. Wenigstens die bewohnten Regionen sollten heutzutage weitgehend mit Mobilfunk bzw. einem zeitgemäßen mobilen Internet-Zugang versorgt sein.

In einer weiteren Meldung berichten wir über die Ergebnisse des connect-Netztests 2019.


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