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05.12.2017 - 13:06
Dichtgemacht

Betrug an Kunden: Vodafone-Partnershop geschlossen

Verträge gefälscht, Provisionen erschlichen

Die Goldgräber-Stimmung früherer Jahre ist im Mobilfunkmarkt längst vorbei. So mancher Handy-Shop musste bereits schließen. Schwarze Schafe versuchen es zum Teil auch mit unlauteren Methoden, sich über Wasser zu halten. So berichtet der Südkurier über einen Vodafone-Partnershop in Friedrichshafen, der in der vergangenen Woche geschlossen wurde - nicht ganz freiwillig, wie es weiter heißt.

Den Angaben zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Ravensburg gegen den Shop-Betreiber und vier seiner Mitarbeiter. Der Belegschaft werden Betrug und Urkundenfälschung in rund 100 Fällen vorgeworfen. Dem Bericht zufolge hatte der Filialleiter eine dreistellige Anzahl von Smartphones und Tablets bestellt, die er aber an die Kunden, für die die Geräte eigentlich - etwa im Rahmen einer Vertragsverlängerung - bestimmt waren, nicht weiterreichte. Stattdessen wurden die Handhelds offenbar an andere Interessenten verkauft.

Vorwürfe gegen den Filialleiter

Vodafone-Shop in Friedrichshafen geschlossen

Vodafone-Shop in Friedrichshafen geschlossen
Foto: Vodafone

Dem Filialleiter wird ferner vorgeworfen, gefälschte Kundenverträge vorgelegt zu haben, um Provisionen von Vodafone zu kassieren, wie auch die Pressestelle der Düsseldorfer Telefongesellschaft gegenüber dem Südkurier bestätigte. Betroffene Kunden hätten den Betrug meist erst später bemerkt, wenn die Rechnung für den Vertrag deutlich höher ausfiel als ursprünglich vereinbart.

Vodafone ging der Sache auf den Grund, wenn Geschädigte ihre zu hohen Rechnungen reklamiert haben. So sei schon vor einiger Zeit das hauseigene Betrugsdezernat eingeschaltet worden, da die Betrugsquote speziell in Friedrichshafen ungewöhnlich hoch war. "Im September und Oktober war wegen Unregelmäßigkeiten bei der Inventur eine Sperre für den Laden verhängt worden", so Vodafone-Pressesprecher Volker Petendorf gegenüber dem Südkurier.

Shop samt Filiale im Kempten geschlossen

Der Partnershop wurde in der Folge nicht mehr mit Hardware beliefert und durfte keine Kundenverträge mehr abschließen. Wie die Zeitung weiter berichtet, sei bis zu ihrer Anfrage dennoch nichts passiert. Dann sei alles plötzlich ganz schnell gegangen. Der Shop wurde geschlossen, ebenso eine Filiale in Kempten, die den gleichen Betreiber wie der Laden in Friedrichshafen hat. Wie die Vodafone-Pressestelle allerdings gegenüber teltarif.de erläuterte, wurde das Vorgehen schon seit einiger Zeit im Hintergrund vorbereitet.

Den größten Schaden hat nun Vodafone. Die Telefongesellschaft hat betroffene Kunden nach eigenen Angaben mittlerweile entschädigt. Verträge, die die Geschädigten eigentlich gar nicht abgeschlossen haben, wurden storniert, entsprechende Gutschriften hat Vodafone ebenfalls erteilt. Weitere betroffene Kunden sind aufgefordert, sich mit dem Netzbetreiber in Verbindung zu setzen, der seinen Shop in Friedrichshafen schon wieder eröffnet hat - aber mit einem neuen Betreiber, der ebenfalls schon gesucht wurde, während das Geschäft noch unter der bisherigen Leitung geöffnet war.

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