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11.11.2015 - 13:10
Daten-Reset

Weitere Telefónica-Marken erhöhen Preise fürs Nachbuchen von Daten

Daten-Reset bei Blau, Ortel Mobile & Co. teurer

Nachdem simyo heimlich still und leise den Anfang gemacht hatte, ziehen nun andere Telefónica-Marken nach und erhöhen ebenfalls die Preise für das Nachbuchen von Datenvolumen. Betroffen scheinen insbesondere die ehemaligen E-Plus-Marken.

Offizielle Pressemeldungen oder Mitteilungen an die Kunden gibt es bislang offenbar nicht. Die Kunden erfahren entweder davon, wenn sie nach dem verbrauchten Inklusivvolumen per SMS ein Angebot zum Nachbuchen des Datenpakets erhalten oder wenn sie in die App des jeweiligen Providers schauen. In einigen Fällen wurde der Preis glatt verdoppelt.

Die Preisgestaltung der ehemaligen E-Plus-Marken beim Nachbuchen

Auch andere Telefónica-Marken erhöhen Preise fürs Nachbuchen von Daten

Auch andere Telefónica-Marken erhöhen Preise fürs Nachbuchen von Daten
Bild: macgyverhh - Fotolia.com

Nach der versteckten Preiserhöhung hat teltarif.de die Preislisten einiger Telefónica-Marken gecheckt und entdeckt, dass auch andere ehemals zu E-Plus gehörende Mobilfunk-Marken ihre Preise für das Nachbuchen von Daten erhöht haben.

Allerdings ist die Struktur der Datenpakete und Preise zum Teil unterschiedlich. Bei simyo kostet bei Tarifen mit einem Inklusivvolumen von 200 MB oder 500 MB das Nachbuchen weiterhin 3 Euro. Wer für seinen 1-GB-Tarif den Datenzähler zurücksetzt, zahlt 6 Euro. Die Nachbuchung von 3 GB Volumen wird mit 9 Euro berechnet und für den Reset von 5 GB (inklusive Napster Music Flat bei E-Plus/Base) werden 15 Euro fällig.

Bei Blau kostet das Nachbuchen weiterhin 3 Euro, wenn der Grundtarif 100, 300, 450 oder 600 MB Inklusivvolumen hat. 1 und 1,2 GB zurücksetzen kostet 6 Euro, 1,8 und 3 GB nachbuchen werden mit 9 Euro berechnet. Der Reset der 5-GB-Option kostet wie bei simyo 15 Euro.

Neues Highspeed-Volumen für alle Smart-Optionen bis einschließlich 600 MB des Providers Ortel Mobile wird mit 3 Euro abgerechnet. Internet-Optionen größer als 600 MB bis einschließlich 1,5 GB können für 6 Euro zurückgesetzt werden. 9 Euro sind zu zahlen, wenn die Option mehr als 1,5 GB bis einschließlich 3 GB Daten beinhaltet. Bei Tarifen mit mehr als 3 GB bis zu 5 GB Volumen werden 15 Euro für das Nachbuchen berechnet.

"ExtraSpeed" nennt sich die Möglichkeit des Nachbuchens von Datenvolumen bei Ay Yildiz. Die Buchung dieser Zusatzdienstleistung aktiviert die Rücksetzung des Datenvolumens der aktuellen Datenoption mit einem inkludierten Datenvolumen von bis zu 600 MB (3 Euro pro Buchung), von mehr als 600 MB und bis zu 1,5 GB (für jeweils 6 Euro), von mehr als 1,5 GB und bis zu 3 GB (zum Preis von 9 Euro pro Buchung) bzw. von mehr als 3 GB für jeweils 15 Euro.

Kunden der Tarife Internet-Flatrate S, M und L bei Aldi Talk können den Datenzähler weiterhin für 3 Euro zurücksetzen. Dieser Preis gilt auch für Musik Paket M und L sowie Paket 300, Paket 600 und All-Net-Flat. Base setzt auf die Daten-Automatik und Norma Mobil hat seine Preisliste seit dem 1. Juli nicht aktualisiert. Die Aufhebung der Bandbreitenbeschränkung bei Daten-Optionen bis einschließlich 1 GB kostet also weiter 3 Euro, bei Daten-Optionen mit 3 GB und 5 GB 9 Euro.

Kunden sind verunsichert

Kunden, die von der Preiserhöhung betroffen sich, fragen mitunter, ob der Provider eine derartige Preiserhöhung überhaupt durchführen darf. Hierbei muss zwischen Prepaid- und Laufzeitverträgen unterschieden werden. Bei einer Prepaidkarte binden sich sowohl Provider als auch Kunde bei Optionsbuchungen nur für einen Monat aneinander. Beide können also den Vertrag monatlich beenden und der Provider kann die Preise monatlich ändern, so lange dies nicht offensichtlich sittenwidrig ist. Eine automatische Abbuchung findet bei einem manuellen Nachbuchen nicht statt, bei einer Datenautomatik allerdings schon.

Komplexer ist die Frage bei Laufzeitverträgen. Hier sind sowohl Kunde als auch Provider für die Dauer der Laufzeit aneinander gebunden. Der Provider darf für die Grundleistungen des Vertrags nicht die Preise erhöhen oder er muss dem Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Bei Nebenleistungen (Daten-Reset, Auslandspreise, Papier-Rechnung usw.) ändern die Provider aber manchmal auch die Preise für Bestandskunden und agieren damit in einer rechtlichen Grauzone. Denn wer die Nebenleistung nicht nutzt, sei von der Preiserhöhung gar nicht betroffen, argumentieren die Provider. Viele Kunden sind aber der Auffassung, dass alle Konditionen des seinerzeit geschlossenen Vertrags bis zum Ende der Laufzeit bindend sind.

Hier müssten sich einmal die Verbraucherzentralen einschalten und gerichtlich prüfen lassen, ob die Preise für Nebenleistungen während der Vertragslaufzeit erhöht werden dürfen und wenn ja in welchem Maß.


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