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04.12.2018 - 15:40
Beim Mogeln ertappt

Samsung bewirbt Galaxy A8 Star mit Fake-Kamera-Sample

Ursprüngliche Fotografin deckt auf

Smartphone-Kameras der Mittel- und Oberklasse liefern mittlerweile eine teils beachtliche Bildqualität, dennoch schummeln viele Hersteller bei den Beispielfotos. Samsung wurde kürzlich von einer Hobby-Fotografin überführt, da der Hersteller von ihr ein Werk kaufte und für die Produktseite des Galaxy A8 Star verwendete. Das betreffende Bild ist in leicht überarbeiteter Form auf der malaysischen Präsenz des Konzerns zu finden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch das andere Material eingekauft wurde, Nachweise hierfür gibt es aber bislang nicht. Die fragwürdige Methode wandte Samsung bereits unter anderem beim regulären Galaxy A8 an.

Galaxy A8 Star wird mit Schummelei beworben

Original (links) und bearbeitet (rechts)

Original (links) und bearbeitet (rechts)
Dunja Djudjic, Samsung

Es ist eine seit langem etablierte Masche, dass Smartphone-Hersteller entweder selbst mit einer professionellen Kamera Pseudo-Beispielfotos eines Telefons kreieren oder sich entsprechende Werke aneignen. Dunja Djudjic, Hobby-Fotografin und Redakteurin des Blogs DIY Photography, war neugierig, als sie bei der Plattform EyeEm eine Meldung erhielt, dass eines ihrer Bilder verkauft wurde. Sie forschte nach und stellte fest, dass es sich beim Käufer um Samsung Malaysia handelt. Das Porträt, auf dem sie mit einem Blatt vor dem Mund herumalberte, fand sie schließlich auf der Produktseite des Galaxy A8 Star wieder. Samsung bewirbt mit dem Foto der aus Serbien stammenden Künstlerin den Bokeh-Effekt (unscharfer Hintergrund) des Smartphones. Das hierzulande erhältliche Standardmodell Galaxy A8 wurde ähnlich fragwürdig beworben.

Die Kamera-Ausstattung des Galaxy A8 Star

Samsung Galaxy A8 2018
Datenblatt Sicherheits-Patch

Unweigerlich kommt einem die Frage in den Sinn, ob die Knipse des Galaxy A8 Star so schlecht ausgestattet ist, dass der Hersteller tricksen muss. Die rückseitige Dual-Kamera weist eine Optik mit 24 Megapixel und eine mit 16 Megapixel auf, beide mit lichtstarker Blende f/1.7. Ein Phasen-Autofokus ist ebenfalls vorhanden, was fehlt, ist hingegen ein optischer Bildstabilisator. Mithilfe eines Stativs und eines Fernauslösers sollten mit diesem Smartphone Fotos mit ansprechender Qualität möglich sein. Die Ergebnisse einer Spiegelreflexkamera bleiben selbstredend unerreicht, weshalb es aus Sicht des Marketings nachvollziehbar erscheint, dass Samsung zu solchen Mitteln greift. Fair gegenüber den Konsumenten ist eine solche Aktion aber freilich nicht – egal um welchen Hersteller es sich handelt.


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