Pauschal

Echte Flat: o2 wird teurer als Telekom und Vodafone

o2 hat eine dras­tische Preis­erhö­hung für seine echte Mobil­funk-Flat­rate ange­kün­digt. Wir verglei­chen die Kondi­tionen mit denen ähnli­cher Tarife von Telekom und Voda­fone.
Von / Christian Bekker

o2 hat eine massive Preis­erhö­hung bei seinem Flat­rate-Tarif ange­kün­digt. Wer sich ab 5. Juli für den o2 Mobile Unli­mited Max entscheidet, zahlt dafür monat­lich stolze 99,99 Euro. Bisher waren es 62,99 Euro - was schon recht teuer war im Vergleich zu den 49,99 Euro pro Monat, mit denen der Vertrag ursprüng­lich gestartet ist.

Die Kunden bekommen dafür neben unbe­grenzten Tele­fonaten und SMS in alle deut­schen Netze auch eine echte Flat­rate für die mobile Internet-Nutzung. Das heißt, der Tarif kommt ohne Perfor­mance-Drossel aus und es gibt auch keine Volu­men­grenze, ab der die Daten­ver­bin­dung gekappt wird. Zudem surfen die Kunden über 5G mit bis zu 500 MBit/s im Down­stream.

Doch wie konkur­renz­fähig ist der o2-Tarif im Vergleich zu den anderen beiden Mobil­funk-Netz­betrei­bern auf dem deut­schen Markt? Bislang galt die Telefónica-Marke als vergleichs­weise jung, inno­vativ und günstig. Dafür mussten Kunden teil­weise Abstriche bei der Netz­qua­lität machen.

o2 setzt sich an die (nega­tive) Spitze der Preis­liste

Netzbetreiber-Flatrates im Vergleich Netzbetreiber-Flatrates im Vergleich
Logos: Anbieter, Foto/Montage: teltarif.de
Direkte Mitbe­werber-Tarife für den o2 Mobile Unli­mited Max sind MagentaMobil XL von der Deut­schen Telekom und GigaMobil XL von Voda­fone. MagentaMobil XL Premium und Voda­fone Black lassen wir außen vor, zumal diese beiden Preis­modelle nicht mehr aktiv vermarktet sind und mit Monats­preisen um 200 Euro für die meisten Kunden ohnehin nicht in Frage kommen. Nicht zuletzt gibt es zu den Premium-Preis­modellen kein Pendant von o2.

Nach der zum 5. Juli anste­henden Preis­erhö­hung wird o2 vom güns­tigsten Flat­rate-Anbieter unter den Netz­betrei­bern zum teuersten Provider. Die Deut­sche Telekom bietet den Tarif MagentaMobil XL für 84,95 Euro monat­liche Grund­gebühr an. Dabei wurde auch beim Magenta-Konzern bereits an der Preis­schraube gedreht. Der Tarif ist ursprüng­lich für 79,95 Euro pro Monat gestartet und wurde mit Einfüh­rung des 5G-Stan­dards monat­lich 5 Euro teurer.

Vorteil bei der Telekom: Anders als bei Voda­fone und o2 kann der Tarif im Rahmen von "Roam like at home" nicht nur in allen EU- und EWR-Staaten sowie in Groß­bri­tan­nien ohne Aufpreis genutzt werden. Auch die Schweiz wird tarif­lich wie ein EU-Land behan­delt. Das ist nicht nur bei Reisen in die Eidge­nos­sen­schaft ein Vorteil, sondern auch in Grenz­nähe, etwa am Bodensee, wo sich die Smart­phones "gerne" in ein Netz am anderen Seeufer einbucht.

Voda­fone: GigaMobil XL wird zur güns­tigsten Netz­betreiber-Flat

Nach der Preis­erhö­hung von o2 wird der Voda­fone-Tarif GigaMobil XL zur güns­tigsten echten Flat­rate bei einem der deut­schen Mobil­funk-Netz­betreiber. Der in Düssel­dorf ansäs­sige Konzern verlangt einen Monats­preis von 79,99 Euro. Das war ursprüng­lich preis­lich auf Augen­höhe mit dem MagentaMobil XL. Voda­fone hat aber - anders als die Telekom - mit dem 5G-Start aber die Preise nicht erhöht.

Die Telekom bietet ohne Aufpreis eine Flat­rate zur Nutzung der WLAN-Hotspots an, die das Unter­nehmen betreibt. Das kann an Orten von Vorteil sein, wo das klas­sische Mobil­funk­netz nicht oder nur schwach verfügbar ist, dafür aber ein Hotspot für die Internet-Nutzung instal­liert wurde. Dieses Feature fehlt bei Voda­fone und o2.

Bei der Telekom kostet die MultiSIM für ein zweites Endgerät - etwa ein Tablet - teure 29,95 Euro monat­lich extra. Ledig­lich für Smart­watches gilt der redu­zierte Preis von 4,95 Euro. Dazu kommen noch einmalig 19,95 Euro für die Bereit­stel­lung. Bei o2 ist die Zweit­karte mit monat­lich 10 Euro plus 39,99 Euro Anschluss­gebühr lang­fristig gesehen güns­tiger als bei der Telekom. Voda­fone-Kunden bekommen im GigaMobil XL sogar eine Zusatz­karte ohne Extra-Kosten.

Unli­mited-Tarife der Netz­betreiber im Über­blick

Telekom Voda­fone o2
MagentaMobil XL GigaMobil XL Mobile Unli­mited Max
(ab 5. Juli 2023)
Einrich­tung 39,95 39,99 39,99
Grund­gebühr
(ohne Smart­phone)
84,95 79,99 99,99
Grund­gebühr
(mit Smart­phone)
ab 94,95 ab 84,99 ab 99,99
Tele­fonie / SMS  
Fest­netz Flat­rate Flat­rate Flat­rate
Mobil­funk
SMS
Internet  
Inkl.-Volumen Unli­mited
Down- / Upstream
(in MBit/s)
500 / 50 MBit/s (5G) 500 / 100 (5G) 500 / 50 (5G)
Beson­der­heiten  
Ausland Roaming in der EU, Schweiz und Groß­bri­tan­nien inkl.,
58 GB inner­halb der EU, Schweiz und Groß­bri­tan­nien
EU-Roaming inkl., 75 GB inner­halb der EU EU-Roaming inkl., 46,7 GB inner­halb der EU (rech­neri­scher Wert nach FUP)
Hotspot-Flat HotSpot-Flat­rate der deut­schen Telekom - -
Zum Anbieter Zum Anbieter Zum Anbieter
Stand: Juni 2023, Preise in Euro
1) Danach 0,09 Euro pro Minute/SMS.
2) SMS ins Netz der Telekom sind kosten­frei.
3) SMS ins Netz von Voda­fone sind eben­falls enthalten.

Voda­fone: WLAN Call nur inner­halb Deutsch­lands

Voda­fone-Kunden haben den Nach­teil, nur inner­halb Deutsch­lands WLAN Call als Alter­native zu Tele­fonaten über das klas­sische Mobil­funk­netz nutzen zu können. Bei Telekom und o2 steht die WLAN-Tele­fonie auch im Ausland zur Verfü­gung. Diese kann dazu beitragen, Roaming­kosten zu sparen, ande­rer­seits aber auch zur Kosten­falle werden.

Wenn es um die Internet-Geschwin­dig­keit geht, nehmen sich die drei Flat­rate-Tarife nicht viel. Offi­ziell geben alle Netz­betreiber bis zu 500 MBit/s im Down­stream an. In der Praxis können die Daten­raten über 5G auch über diesem Wert liegen. Aller­dings ist der 5G-Netz­ausbau der Telekom schon deut­lich weiter fort­geschritten als der Ausbau bei den beiden anderen Netz­betrei­bern.

Abzu­warten bleibt, ob o2 als einziger Netz­betreiber zuun­gunsten der Kunden an der Preis­schraube dreht oder ob auch Telekom und Voda­fone ihre Flat­rate-Tarife künftig teurer anbieten. Im Prepaid­bereich ist das bislang nicht der Fall. Hier hat auch Voda­fone jetzt neue Tarife einge­führt - mit verbes­serten Inklu­siv­leis­tungen, aber ohne Preis­erhö­hungen.

In einem weiteren Beitrag haben wir die Prepaid-Tarife der Netz­betreiber mitein­ander vergli­chen.

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