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13.08.2019 - 09:15
Ausprobiert

Vodafone: Qualitätsprobleme im öst­lichen Rhein-Main-Gebiet

Kein Datendurchsatz trotz UMTS-Empfang

Inhaltsverzeichnis:

  1. Quali­täts­probleme bei Voda­fone
  2. Tele­fonie über LTE konnte im Test nicht über­zeugen

Bei den in den vergan­genen Jahren veröf­fent­lichten Netz­tests hat Voda­fone fast immer als Nummer zwei hinter der Deut­schen Telekom und vor Telefónica abge­schnitten. Insbe­sondere in Ballungs­gebieten hinter­lässt das Voda­fone-Netz oft einen guten Eindruck, während der LTE-Ausbau in länd­lichen Regionen oft noch hinter dem der Telekom zurück­bleibt. Dafür über­raschte Voda­fone mit dem ersten tatsäch­lich nutz­baren 5G-Angebot auf dem deut­schen Mobil­funk­markt - wenn auch räum­lich stark begrenzt.

Regionale Netzprobleme bei Vodafone

Regionale Netzprobleme bei Vodafone
oto/Logo: Vodafone, Montage: teltarif.de

Wir haben das Voda­fone-Netz in den vergan­genen Wochen im östli­chen Rhein-Main-Gebiet getestet. Dabei kamen das Apple iPhone XR und das Samsung Galaxy S10+ zum Einsatz. Dabei zeigte sich, dass die Netz­qualität in Frank­furt am Main, Offen­bach am Main, Hanau und Umge­bung in der Regel gut ist. Das betrifft sowohl die Sprach­qualität bei Tele­fonaten als auch den mobilen Internet-Zugang.

Je nach Aufent­haltsort erreichten wir Daten­raten zwischen 15 und 69 MBit/s im Down­stream sowie 20 bis 45 MBit/s im Upstream bei Ansprech­zeiten von weniger als 30 ms. Das sind keine Spit­zenwerte, aber immerhin entsprach die Perfor­mance unge­fähr der eines VDSL-Anschlusses im Fest­netz.

Langen­selbold: UMTS ohne Daten­durch­satz

Eine Über­raschung erlebten wir, als wir von Hanau aus weiter Rich­tung Osten - nach Langen­selbold - fuhren. Die Stadt liegt direkt an einem Auto­bahn­dreieck (A45/A66). Dennoch hat Voda­fone noch nicht überall für LTE-Verfüg­barkeit gesorgt. Im Nord­westen ist das 4G-Netz verfügbar, im Süden - entlang der A66 - gibt es guten UMTS-Empfang, aber kein LTE.

Solange das UMTS-Netz noch nicht abge­schaltet wird, mag das auf den ersten Blick in Ordnung sein, zumal es gute Gründe haben kann, warum 4G noch nicht verfügbar ist. Oft gibt es an bestehenden Stand­orten keine Möglich­keit mehr, das Netz zu erwei­tern, da die Statik den dazu erfor­derli­chen Anten­nentausch nicht zulässt - ein Problem, dass beim 5G-Ausbau ganz massiv auf alle vier Netz­betreiber zukommen wird.

Speziell in Langen­selbold besteht aber das Problem, dass das UMTS-Netz im Süden der Stadt gar keinen Daten­verkehr zulässt, obwohl der Empfang sehr gut ist. Ein in der Region ansäs­siger teltarif.de-Leser beklagt: "Das ist schon seit Monaten so. Teil­weise ist auch die Tele­fonie betroffen. Wenn ich beim Mexi­kaner Essen gehe, buche ich mich ins WLAN des dane­benlie­genden Super­markts ein, um surfen zu können und über WiFi Calling erreichbar zu bleiben."

Tele­fonie über LTE konnte im Test nicht über­zeugen

Bei weiteren Tests auf der Auto­bahn 66 Rich­tung Fulda war zwar der mobile Internet-Zugang wieder verfügbar. Dafür ließ die Sprach­qualität ausge­rechnet bei VoLTE-Verbin­dungen zu wünschen übrig. Zum Teil waren mehr digi­tale Arte­fakte als Wort­fetzen des jewei­ligen Gesprächs­part­ners zu hören. Der Effekt war zwar bei erneuten Anwahl­versu­chen nicht repro­duzierbar, kam aber durchaus mehr­fach vor.

Work­around: Wenn man über das Menü des Smart­phones die VoLTE-Funk­tion abschaltet, erfolgt für Tele­fonate ein auto­mati­scher Wechsel ins GSM- oder UMTS-Netz. Dieser Circuit Swit­ched Fall­back (CSFB) sorgt zwar für einen etwas längeren Gesprächs­aufbau. Dafür war die Sprach­qualität im Test stets sehr gut.

Smart­phone geht auf DX-Jagd

In dieser UMTS-Zelle ist der mobile Internet-Zugang faktisch nicht nutzbar

In dieser UMTS-Zelle ist der mobile Internet-Zugang faktisch nicht nutzbar
Foto: teltarif.de

Speziell in Bieber­gemünd, an der Bundes­straße 276 Rich­tung Würz­burg im hessi­schen Spes­sart gelegen, kommt es immer wieder vor, dass sich das Smart­phone aus der nahe­gele­genen, gut empfang­baren GSM-Zelle ausbucht. Statt­dessen "versucht" das Handy, einen weiter entfernt gele­genen UMTS- oder LTE-Sender zu nutzen. Das schlägt fehl, sodass sich das Gerät schluss­endlich wieder in den GSM-Orts­sender einbucht.

Wenn der Kunde nicht die Möglich­keit hat, auf WiFi Calling für die tele­foni­sche Erreich­barkeit zurück­zugreifen, ist er immer wieder für poten­zielle Gesprächs­partner nicht erreichbar. Dieses Problem besteht nun schon seit geraumer Zeit. Dazu kommt, dass Voda­fone in weiten Teilen des hessi­schen Spes­sarts auch 2019 nur GSM-Empfang mit faktisch unbrauch­barem EDGE-Internet bereit­stellt und eine LTE-Aufrüs­tung nicht absehbar ist.

Ausbau im Vorder­taunus macht Fort­schritte

Ein deut­lich besseres Bild zeigt sich auf der anderen Seite von Frank­furt am Main, nämlich im Vorder­taunus. Hier baut Voda­fone seit einiger Zeit wieder recht konse­quent sein LTE-Netz aus. Viele Kunden, die noch vor einem oder zwei Jahren nur GSM und UMTS zur Verfü­gung hatten, können nun im 4G-Netz tele­fonieren und surfen. Das ist für Kunden in Regionen mit schlechter Netz­qualität natür­lich nur ein schwa­cher Trost.

Ende vergan­genen Jahres hat Voda­fone speziell für Hessen einen umfang­reichen LTE-Ausbau ange­kündigt. Insge­samt seien 430 Bauvor­haben geplant. Unter anderem will Voda­fone in Darm­stadt, Frank­furt am Main, Fulda, Gießen und Wies­baden die Versor­gung verbes­sern. In 16 nicht näher genannten Land­kreisen seien 300 neue LTE-Stationen geplant.


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