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27.12.2019 - 14:15
Überraschung

BlackBerry kann VoLTE

VoLTE im Netz von Telekom oder Vodafone möglich, o2 funktioniert noch nicht

Um die Marke BlackBerry ist es in der letzten Zeit ziem­lich ruhig geworden. Das kana­dische Unter­nehmen beschäf­tigt sich lieber mit Soft­ware zur Verwal­tung von mobilen Endge­räten, die von Apple, Samsung oder vielen anderen Herstel­lern stammen können.

BlackBerry made by TCL

Die BlackBerry Smart­phones wurden zuletzt vom chine­sischen Hersteller TCL heraus­gebracht. Das Modell Motion,ein klas­sisches Smart­phone ohne die BlackBerry-typi­sche mecha­nische Tastatur hat bereits sein „End of Life“-Datum erreicht und schon gibt es keine Soft­ware-Updates mehr. Das letzte Update kam im November mit dem Google-Patch-Update für Oktober 2019.

Das Markenzeichen eines "echten" BlackBerry ist die diskrete Tastatur. In der Leertaste ist der Fingerabdruck-Sensor versteckt.

Das Markenzeichen eines "echten" BlackBerry ist die diskrete Tastatur. In der Leertaste ist der Fingerabdruck-Sensor versteckt.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Nur noch Key2-Serie bekommt Updates

Aktua­lisiert werden noch die Modelle Key2 (mit Tastatur und Single-SIM) und Key2-Dual-SIM sowie das zuletzt aufge­legte Key2 LE, das von vorne­herein als Dual-SIM-Modell ausge­legt wurde.

Key2 und Key2 LE verfügen über den Mobil­funk­stan­dard 2G, 3G und 4G (LTE). Mit dem November-Patch-Update gab es völlig uner­wartet und ohne Vorwar­nung eine faust­dicke Über­raschung. BlackBerry beherrscht VoLTE - mobiles Sprach-Tele­fonieren über LTE.

VoLTE-funk­tioniert - aber nicht bei allen Anbie­tern

Aufge­fallen ist es einem aufmerk­samen teltarif.de-Leser, der sein BlackBerry Key2 mit einer Original-SIM-Karte von Telekom in einem Lauf­zeit­vertrag betreibt. Wir konnten seine Erfah­rungen problemlos nach­voll­ziehen. Beim Einlegen einer neuen SIM-Karte bittet das Key2 oder Key2 LE um einen Reboot, um bestimmte Tele­fonein­stel­lungen der SIM-Karte zu aktua­lisieren.

Das ist der Beweis: VoLTE ist mit dem BlackBerry Key2LE (und dem Key2) möglich, aber nur in den Netzen von Telekom D1 oder Vodafone D2 mit freigeschalteten SIM-Karten.

Das ist der Beweis: VoLTE ist mit dem BlackBerry Key2LE (und dem Key2) möglich, aber nur in den Netzen von Telekom D1 oder Vodafone D2 mit freigeschalteten SIM-Karten.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Danach haben wir uns mit einer Original Telekom-SIM-Karte ins LTE-Netz einge­bucht, WLAN abge­schaltet und ein Tele­fonge­spräch gestartet: Die Anzeige „LTE“ blieb erhalten, der Rufaufbau ging schnell vonstatten.

20 km Suche nach LTE von Voda­fone

Um das ganze im Netz von Voda­fone testen zu können, war ein kleiner Ausflug über 20 km (einfache Fahrt) notwendig, da die in der Nähe liegenden Sender zum Test­zeit­punkt nur ein 2G-GSM-Signal ausstrahlen wollten. Kurio­serweise zeigte die Voda­fone-SIM-Karte im BlackBerry Key2 nicht „LTE“, sondern „4G“ an. Das blieb auch während des Tele­fonats erhalten.

Nach dem Einlegen einer anderen SIM-Karte mit neuen Parametern, wird ein Neustart vorgeschlagen.

Nach dem Einlegen einer anderen SIM-Karte mit neuen Parametern, wird ein Neustart vorgeschlagen.
Foto: Henning Gajek/teltarif.de

Kein VoLTE bei o2

Als drittes Netz wurde ein o2-LTE-Sender gesucht. Dazu reichte es, ans Fenster zu gehen und einen Moment zu warten. Die 4G-Anzeige leuchte auf. Anruf gestartet und - es passierte erst einmal nichts, dann verschwand die 4G-Anzeige, bei der gewünschten Gegen­stelle klin­gelte es und sie meldete sich. Gespräch beendet, die 4G-Anzeige kehrte sofort zurück. Somit ist klar: o2 mag den BlackBerry nicht und schaltet auf CSFB-(Circuit Swit­ches Fall Back)-Verbin­dungen um.

Kein großer Aufwand

Um den BlackBerry Key2 oder Key2 LE für VoLTE „fit“ zu machen, reicht es, alle Updates des Herstel­lers, die in der Regel auto­matisch ange­boten werden, sofort einzu­spielen und im Google Play Store eben­falls regel­mäßig alle ange­botenen Updates zu instal­lieren. Der eigene Mobil­funk­lauf­zeit­vertrag von Original Telekom (oder mobilcom-debitel in den "Green LTE Tarifen") muss für VoLTE (und Wifi-Calling) frei­geschaltet werden.

Wer einen Original Voda­fone Lauf­zeit­vertrag hat (ab Tarif RED S) muss bei der Hotline explizit nach VoLTE fragen, und es kann sein, dass eine weitere Nach­frage erfor­derlich wird, bevor es funk­tioniert.

Wer Zugriff auf ein aktu­elleres iPhone (ab Modell SE oder neuer) hat, kann es damit testen, da hier VoLTE recht zuver­lässig funk­tioniert.

Und WLAN-Call?

Es sieht so aus, als ob WLAN-Call mit dem BlackBerry jetzt auch (zumin­dest im Telekom-Netz) funk­tionieren könnte, mit letzter Gewiss­heit können wir es noch nicht sagen, nur bei o2 geht auch diese Funk­tion leider nicht.

BlackBerry-Vorteil: Tastatur - kommen neue Modelle?

Der wesent­liche Vorteil der BlackBerry-Geräte ist es, dass sie eine reale Tastatur haben, die beim Eingeben größerer Text­mengen nach wie vor unschlagbar ist.

Das ameri­kani­sche Portal „CrackBerry“ berichtet von Gesprä­chen der „Bank of America“ mit John Chen, dem Chef des Soft­ware­konzerns „BlackBerry“. Die Bank möchte den lange anhal­tenden Trend zum „Bring Your Own Device“ (BYOD) nicht mehr mitma­chen, weil es immer wieder tech­nische und vor allen Dingen Sicher­heits­probleme gegeben hatte.

Dem Crack­berry-Portal nach habe sich John Chen diesen Argu­menten durchaus zugäng­lich gezeigt. Wann so ein „neuer“ BlackBerry das Licht des Welt­marktes erbli­cken wird und ob er dann für „Jeder­mann“ käuf­lich zu erwerben wäre und was dieses Gerät kosten könnte, sind die großen Unbe­kannten.

Wünsche der Fans

BlackBerry-Fans wünschen sich schon länger ein Upgrade auf einen „BlackBerry Key3“ der mit aktu­ellerer Hard­ware (schneller Snap­dragon-Prozessor), ausrei­chend ROM- und RAM-Spei­cher und bald 5G-Funk­technik ausge­stattet sein sollte, aber preis­lich nicht über den aktuell für Mittel­klasse-Hard­ware aufge­rufenen Preisen für Key2 oder Key2 LE (aktuell 400 bis 600 Euro für Neuware) liegen sollte.

Viele Fans sind auch der Ansicht, dass der Umstieg von BlackBerry auf Android und seine frag­mentierte Soft­ware- und Update­politik ein Fehler gewesen sei, sie fordern eine Weiter­entwick­lung, des als beson­ders „sicher“ geltenden Betriebs­systems OS10.

Dagegen spricht, dass die App-Versor­gung für OS10 immer zu wünschen übrig ließ, da vielen Soft­ware-Autoren die Anfor­derungen seitens OS10 gemessen an der über­schau­baren Nutzer­basis zu aufwendig waren. Das in OS10 einge­baute „Mini-Android“ stieß aus soft­ware­archi­tekto­nischen Gründen schnell an seine Grenzen.

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