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22.12.2018 - 13:12
Breitband

Telekom: So läuft der Umstieg auf VDSL Super Vectoring

Von Interessensbekunden bis Schaltung

Inhaltsverzeichnis:

  1. Vecto­ring-Umstel­lung bei der Telekom
  2. Die doppelte Band­breite kam über Nacht

Die Deut­sche Telekom treibt den Breit­band-Ausbau im Fest­netz weiter voran. Wie berichtet hat das Unter­nehmen nach eigenen Angaben in diesem Jahr fast 2,3 Millionen Haus­halte mit einem schnel­leren Internet-Zugang versorgt. Das Zauber­wort heißt VDSL Vecto­ring bzw. Super Vecto­ring. Diese Tech­no­lo­gien ermög­li­chen höhere Daten­über­tra­gungs­raten, ohne dass dafür Tiefbau erfor­der­lich ist, über die bereits vorhan­dene Kupfer­ader.

Ein von unserer Redak­tion genutzter Telekom-Fest­netz­an­schluss in Bieber­ge­münd im hessi­schen Spes­sart hat bereits 2001 DSL für den Internet-Zugang bekommen. Aus anfäng­lich maximal 768 kBit/s im Down­stream sind später 1, 2, 6 und schließ­lich 16 MBit/s geworden. 2012 erfolgte schließ­lich die Umstel­lung von ADSL auf VDSL. Fortan standen 25 MBit/s im Down­stream zur Verfü­gung.

Zwei Magen­taTV-Streams erfor­dern VDSL 50

Telekom forciert Breitbandausbau im Festnetz

Telekom forciert Breitbandausbau im Festnetz
Foto: Telekom, Screenshot: teltarif.de

Die Anfor­de­rungen steigen. Will man heute über Magen­taTV zwei paral­lele HD-Streams nutzen, so benö­tigt man dafür mindes­tens VDSL 50. Wenn sogar UHD genutzt werden soll, kommt man um VDSL 100 nicht herum. Das Problem: In vielen Regionen sind derart hohe Band­breiten noch gar nicht verfügbar - so auch am Standort unseres Tests, wo wir mit dem Tarif Magen­ta­Zu­hause M zwar für VDSL 50 zahlen "durften" aber nur VDSL 25 bekamen.

Warum die Telekom die Band­breite beschränkt hat, weiß sie vermut­lich nicht einmal selbst. Die Entfer­nung zur Vermitt­lungs­stelle beträgt nur wenige hundert Meter, die vom Router, einer FRITZ!Box 7490 von AVM, ange­zeigte Leitungs­ka­pa­zität lag stets um 50 MBit/s im Down­stream und 10 MBit/s im Upstream.

Im späten Früh­jahr keimte dann erst­mals Hoff­nung auf. "Sie haben doch schon VDSL 50", teile die Kunden­be­treuung auf Nach­frage mit. Wir verneinten und die Telekom verein­barte einen Vor-Ort-Tech­ni­ker­termin. Der Tech­niker kam - aller­dings nach Dort­mund und nicht nach Bieber­ge­münd. Es lag trotz Angabe der Kunden­nummer eine Verwechs­lung mit einem Namens­vetter vor. Der Namens­vetter hatte wohl wirk­lich die schnel­lere Leitung.

Im Früh­jahr erste Hinweise auf Vecto­ring-Ausbau

Immerhin bot die Telekom aber die Möglich­keit einer Inter­es­sens­be­kun­dung für einen schnel­leren Internet-Anschluss. Während der Mitbe­werber M-net Kunden Anschlüsse im Nahbe­reich ihre bestehenden Anschlüsse kündigen musste, weil die Telekom ihrer­seits M-net gekün­digt hat, um selbst die Kunden mit VDSL Vecto­ring zu versorgen, wusste die Kunden­be­treuung vom angeb­li­chen Ausbau nichts.

"Im Nachbar-Orts­netz tut sich etwas, bei Ihnen aber nicht. Sie sind mit Ihren 25 MBit/s noch gut bedient. In vielen Gegenden sieht es noch schlechter aus", ließ uns die Hotline wissen. Anfang November kam dann doch eine E-Mail von der Telekom, die zum 10. Dezember einen schnel­leren Internet-Zugang in Aussicht stellte. Online sollte es möglich sein, den erfor­der­li­chen Tarif­wechsel vorzu­merken. Das ist grund­sätz­lich richtig, doch nirgends war eine Infor­ma­tion zu finden, wie hoch die maximal mögliche Band­breite sein werde.

Hotline: "Ich sehe bei Ihnen keinen Ausbau"

FRITZ!Box 7490 als Router im Einsatz

FRITZ!Box 7490 als Router im Einsatz
Foto: AVM

Die tele­fo­ni­sche Kunden­be­treuung konnte auch nicht weiter­helfen: "Ich sehe bei Ihnen gar keinen Ausbau. Aber das ist ganz normal. Die Kunden werden auto­ma­tisch und immer zuerst infor­miert." Das ist ja schön, hilft aber nicht weiter, wenn es Rück­fragen gibt. Das "blinde" Buchen eines neuen Tarifs ist jeden­falls nach den Erfah­rungen in der Vergan­gen­heit nicht empfeh­lens­wert, als in vergleich­baren Fällen verse­hent­lich Optionen wegge­fallen sind, die nur mühsam und nach mehr­fa­chem Kontakt mit dem Support zurück­ge­holt werden konnten.

Wir buchten nichts und erhielten später eine zweite Mail zur Erin­ne­rung. Bei der Kunden­be­treuung erkun­digten wir uns, ob der Anschluss wenigs­tens auto­ma­tisch auf VDSL 50 umge­stellt werde, sobald die höhere Band­breite verfügbar ist. Zwei verschie­dene Hotline-Mitar­beiter verneinten das - obwohl der gebuchte Tarif ja schon lange 50 statt 25 MBit/s im Down­stream vorsieht.

Die doppelte Band­breite kam über Nacht

Am 29. November staunten wir nicht schlecht: Über Nacht ist der schnel­lere Internet-Zugang geschaltet worden. Als Leitungs­ka­pa­zität wurden nun rund 109 MBit/s im Down­stream und 36 MBit/s im Upstream ange­zeigt. Tatsäch­lich geschaltet wurden 60 MBit/s im Down­stream und 12 MBit/s im Upstream. VDSL 60? Davon hatten wir zuvor auch noch nichts gehört. Aber immerhin: Die höhere Geschwin­dig­keit war fortan verfügbar und entgegen der Hotline-Aussage wurde das Band­breiten-Upgrade auch auto­ma­tisch geschaltet.

VDSL 100 wurde nachts automatisiert geschaltet

VDSL 100 wurde nachts automatisiert geschaltet
Foto: teltarif.de

Die einzigen, die nichts von der vorzei­tigen Vecto­ring-Akti­vie­rung wussten, waren die Mitar­beiter im Telekom Call Center. "Laut meinen Unter­lagen haben Sie immer noch VDSL 25 und ich bekomme auch keinen höher­wer­tigen Tarif gebucht", erhielten wir als Auskunft beim Versuch, ein Upgrade auf den Tarif Magen­ta­Zu­hause L vorzu­nehmen.

Telekom-Daten­banken verspätet aktua­li­siert

Am 6. Dezember zeigte die DSL-Verfüg­bar­keits­ab­frage auf der Telekom-Webseite schließ­lich an, am Anschluss seien nun bis zu 175 MBit/s im Down­stream möglich - also sogar Super Vecto­ring, wenn auch nicht mit voller Geschwin­dig­keit. Jetzt konnte auch die Hotline der Telekom den erfolgten Vecto­ring-Ausbau nach­voll­ziehen und den Tarif­wechsel beauf­tragen.

Die Umstel­lung erfolgte dann erfreu­lich schnell: Eine Bestä­ti­gung per E-Mail und SMS erhielten wir wenige Stunden nach dem Gespräch mit der Kunden­be­treuung. Schon in der Nacht zum 11. Dezember wurde gegen 2 Uhr auf VDSL 100 umge­schaltet. Dabei blieben alle Einstel­lungen und Optionen am Anschluss erhalten. Am Abend des glei­chen Tages wurde noch­mals per SMS bestä­tigt, dass die Ausfüh­rung des Auftrags nun abge­schlossen sei.

In der Praxis standen zunächst etwa 93 MBit/s im Down­stream und nur noch 28,6 MBit/s im Upstream zur Verfü­gung. Wir haben den Router kurz­zeitig von der Strom­ver­sor­gung getrennt und neu verbunden. Seitdem sind nun 99,7 MBit/s im Down­stream und 33,7 MBit/s im Upstream verfügbar. Der Internet-Anschluss läuft absolut stabil.

Magen­ta­Zu­hause XL: Aufpreis lohnt sich nicht in jedem Fall

Speedtest nach dem Tarifwechsel

Speedtest nach dem Tarifwechsel
Foto: teltarif.de

Warum nicht gleich Magen­ta­Zu­hause XL mit bis zu 250 MBit/s und Allnet-Flat? Nun, tech­nisch verfügbar wären wie bereits erwähnt ohnehin "nur" 175 MBit/s. Die Allnet-Flat steht dank Magen­ta­EINS-Vorteil eben­falls schon zur Verfü­gung. Daher lohnen sich die Mehr­kosten gegen­über dem VDSL-100-Tarif nicht.

Und was war nun eigent­lich am 10. Dezember, dem von der Telekom ange­kün­digten Termin für den Band­breiten-Schub? Nichts! Der Ausbau ist schlicht schon vorab erfolgt. Auch am 17. Dezember, den die Telekom in Pres­se­mit­tei­lungen als Datum für den Breit­band-Ausbau in einigen Orts­netzen im Weih­nachts­monat genannt hat, gab es keine Ände­rungen. Die Umstel­lung ist tech­nisch bereits Ende November erfolgt und wenige Tage später konnte auch die Kunden­be­treuung die schnel­leren Anschlüsse buchen.

Von Hotline-Aussagen nicht entmu­tigen lassen

Natür­lich ist unser Erfah­rungs­be­richt keines­wegs reprä­sen­tativ. Dennoch zeigt dieses Beispiel, wie die Vecto­ring-Umstel­lung erfolgen kann. Auf die Aussage der Kunden­be­treuung, die zunächst gar nichts vom Ausbau wissen wollte und später zunächst keinen höher­wer­tigen Tarif buchen konnte, sollte man sich nicht zwin­gend verlassen.

Als hilf­reich hat es sich hingegen erwiesen, bei der Telekom offi­ziell als Inter­es­sent für den Breit­band-Ausbau regis­triert zu sein. Darüber haben wir schließ­lich eine E-Mail mit dem Hinweis auf den bald verfüg­baren Band­breiten-Schub erhalten. Schluss­end­lich waren die Umbau­ar­beiten sogar einige Tage früher als erwartet abge­schlossen und der schnel­lere Internet-Zugang stand zur Verfü­gung.


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