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13.06.2018 - 18:10
Selbstkritisch

Vodafone möchte seine Netze massiv ausbauen

Schwerpunkt werden LTE und Glasfaser sein

83 Innovationen stellt Vodafone auf der Messe CEBIT in Hannover vor.

83 Innovationen stellt Vodafone auf der Messe CEBIT in Hannover vor.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

83 Innovationen stellte Vodafone auf der CEBIT vor, die - so sieht es CEO Hannes Ametsreiter - dafür die ideale Gelegenheit biete. Sein Unternehmen verspüre guten Rückenwind. Bei 5G ginge es um Partnerschaften und davon hat Vodafone eine Menge angekurbelt. 90 Prozent der deutschen DAX Unternehmen seien Kunde bei Vodafone.

Selbstbewusst sieht sich Vodafone als "Wachstumsführer im Markt", nennt die Schlagworte der Messe wie IoT (Internet der Dinge) oder AI (Künstliche Intelligenz) und vor allen Dingen viele Veränderungen.

Eine Veränderung ist, dass man dieses Jahr auch wieder die Privatkunden auf der CeBIT ansprechen will. Zwei Drittel der Neuerungen seien für Geschäftskunden, ein Drittel für private Kunden. Zwei Pavillions hat Vodafone im ehemaligen japanischen Pavillion der Weltaustellung gebucht und "Vodafone Giga Square" getauft und er soll Plätze zur Diskussion bieten. P32 für Privat- und Mittelstandskunden, P33 speziell für Geschäfts- und Systemkunden.

Was kann 5G? Was ist Core Slicing? Was kann Digitalisierung?

Ametsreiter gibts sich aber auch selbstkritisch. "Wir reden viel, wenig passiert", man müsse dem Kunden ("Consumer") nahebringen, was er mit IoT (Internet of Things) praktisch anfangen könne. Die Gigabit-Gesellschaft solle optimistisch und humanistisch sein, sie könne Möglichkeiten wie nie zuvor bieten. "Deutschland ist auf Platz 26 der schnellen Netze im Vergleich und da müssen wir was tun!" Vodafone will Gigabit bis 2025 in den TV-Kabel-Netzen von Kabeldeutschland und Unitymedia anbieten, der Standard DOCSIS 3.1 mache das möglich. Die Netze werden weiter segmentiert, mit "etwas Glasfaser" ausgebaut und als nächster Schritt komme danach 10 GB/s "und zwar symmetrisch". Geschwindigkeiten, die man vor Jahren noch als völlig undenkbar angesehen haben mag.

Kranführer gesucht

Vodafone Geschäftskunden Chef Alexander Saul berichtet über einen Mangel an Kranführern. Deswegen ist er eingesprungen, um von der Pressekonferenz der Messe CeBIT über 4,5G-Mobilfunk mit 15 ms Ping einen 350 km entfernten Autokran auf einem Testgelände bei Aachen zu bedienen, an dem ein etwa 4,3 Tonnen schwerer Container hängt.

Vodafone will seine Netze massiv ausbauen

Vodafone Chef Hannes Ametsreiter möchte die Netzversorgung grundlegend verbessern, auf Autobahnen, an Flughäfen in der Bahn und in der Fläche.

Vodafone Chef Hannes Ametsreiter möchte die Netzversorgung grundlegend verbessern, auf Autobahnen, an Flughäfen in der Bahn und in der Fläche.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Ametsreiter hat erkannt, dass beim (mobilen) Netzausbau etwas getan werden muss. 85 Autobahnabschnitte wurden identifiziert und sollen mit 55 Millionen Investitionen innerhalb eines Jahres ausgebaut werden.

Der Mobilfunk an den Flughäfen und in der Bahn und verbessert werden. Einmal durch das Aufstellen neuer Sendestationen, während die Bahn in ihre Züge neue Repeater einbaut, die "alle Netze" unterstützen werden. Die Bahn wird ihren Züge teilweise auch neue funkverträglichere Fensterscheiben spendieren.

Für die Bahnstrecken will Vodafone etwa 130 Millionen Euro ausgeben. Zwar habe Vodafone im Connect-Test in Zügen als bester Anbieter abgeschnitten, aber insgesamt sei das noch nicht optimal.

LTE: Steigerung von 92 auf 98 Prozent

Das Vodafone aus Marmeladegläsern. Der Messestand ist ein wichtiger Treffpunkt.

Das Vodafone aus Marmeladegläsern. Der Messestand ist ein wichtiger Treffpunkt.
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Beim Netzausbau möchte Vodafone die aktuelle LTE-Netzabdeckung von 92 Prozent (der Bevölkerung) durch Refarming (Umsortierung) von 3G-Frequenzen, die dann mit 4G-Technologie genutzt werden sollen, auf 98 Prozent steigern. Was Ametsreiter dabei nicht sagt: Zu 98 Prozent ist er aufgrund der Lizenzauflagen der Bundesnetzagentur ohnehin gezwungen. In Fachkreisen wird schon lange kritisiert, dass Vodafone in letzte Zeit wenig für den Ausbau der Fläche getan habe. Bei der für die Kunden entscheidenden Frage, wann alle Vodafone-D2-Kunden (speziell die von Discounter-Angeboten) auch 4G (LTE) nutzen dürfen, sei man "in Verhandlungen".

Mit den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen wurden Abkommen geschossen, um die Sendemasten des digitalen Behördenfunks (Digi-BOS) mitnutzen zu können. Diese Masten stehen oft in Regionen, wo das Handy heute nicht richtig funktioniert, seien bereits mit Strom und Versorgungsleitungen erschlossen und von daher ideal. „Diese Dinge sind im Anrollen“.

Mehr Glasfaser im Festnetz

Vodafone verwendet den Begriff "Giga" für die schnelle digitale Zukunft

Vodafone verwendet den Begriff "Giga" für die schnelle digitale Zukunft
Foto: Henning Gajek / teltarif.de

Beim Neubau des Festnetzes wird Vodafone Glasfaser einsetzen. In den von Kabeldeutschland oder Unitymedia versorgen Gebieten würden eventuell noch Lücken mit Koaxialkabel geschossen. Perspektivisch werden auch die Koax-Kabelnetze irgendwann in Glasfasernetze verwandelt werden. Denn: "DOCSIS ist Shared Medium. Die Segmentierung darf nie unter 70 Prozent fallen, das klappt nicht immer." Um die Überlast im TV-Kabel-Netz zu vermeiden, werden zwischendrin neue kleine Server aufgestellt, die den verkleinerten Gruppen dann mehr "Dampf" liefern können.

Der von Vodafone im Landkreis Celle durchgeführte Glasfaserausbau habe großes Interesse gefunden. Die Steigerung des Angebotes von 6 auf 1000 MBit/s erfreue sich großer Nachfrage. Viele Kunden, die zu günstigen Start-Preisen die neuen Geschwindigkeiten ausprobierten, blieben trotz automatischer Preiserhöhung zu etwa 80 Prozent dabei.

M2M/IoT-Weltmarkführer

Bei "Maschine zu Maschine" (M2M) und IoT sieht sich Vodafone als Weltmarktführer. Sein Unternehmen habe erkannt, dass es notwendig sei, zuerst ein Netz für NB-IoT zu bauen, bevor die Kundennachfrage einsetze. Das Ziel sei: Keine Verkehrstoten mehr. Heute gebe es bundesweit noch 9 Verkehrstote pro Tag. Wenn alle Autos vernetzt fahren, könnten sie sich gegenseitig warnen und Unfälle verhindern. Menschen, die mit ihren Handys im Straßenverkehr auf dem Fahrrad oder zu Fuß auftauchen, lösten automatisch das mit dem Reifenhersteller Continental entwickelte Alarmsystem aus.

Thyssen-Krupp vernetzt Aufzüge mit Vodafone

Andreas Schierenbeck von Thyssen-Krupp-Aufzügen stellte den Aufzug der Zukunft ohne Seil vor, der ähnlich einer Magentschwebebahn auf Schienen durch die Gebäude, nicht nur vertikal, sondern auch horizontal fahren kann. Im Schnitt gehen 190 Millionen Aufzüge irgendwann nicht mehr, es muss ein Techniker hingeschickt werden. Die "Max-Box" im Aufzug meldet sich künftig mit allen Aufzug-Daten in der Cloud und macht den Ausfall vorhersehbar. Wenn eine Tür mehrmals quietscht und klappert, ist absehbar, dass sie eines Tages klemmen wird. Heute fahren erst 10 Prozent der Aufzüge in der Cloud, Thyssen-Krupp hat sich Vodafone als weltweiten Partner gewählt.

IoT-Tracking für 3,99 Euro gegen Diebstahl

Jedes Jahr entsteht ein Schaden von 140 Millionen durch geklautes Material auf Baustellen. Mit IoT können Werkzeuge und Geräte "verfolgt" werden.

Vodafone stellt sein IoT-Tracking Portal vor, das ab dem 1. Juli 2018 die Verfolgung "wertvoller" Dinge für monatlich 3,99 Euro pro Gerät erlauben soll. Das Unternehmen IoX-Lab hat dazu einen Baustellensensor, der optisch einem USB-Stick ähnelt entwickelt, das Muster wurde mit Hilfe von 3D-Druckern gebaut.

Vodafone sieht sich im Mittelpunkt der CeBIT

Die neue CeBIT rückt Vodafone jetzt buchstäblich ins Zentrum der Messe. Das neue Konzept mit "mehr Entertainment" könnte gut funktionieren. Während der Messe wurden bei Vodafone etwa 4000 Besuchs-Termine vereinbart.

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© WhatsBroadcast

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