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31.10.2018 - 12:10
Breitband

Wie Breitband und biologische Vielfalt zusammenpassen

BSA profitiert vom Breitbandausbau um Hannover

Die Region Hannover zählt 21 Städte und Gemeinden, in denen derzeit der Tiefbauar­beiten auf einer Länge von 89 Kilometern in vollem Gange sind. Insgesamt werden für den Breitbandausbau 39 Kilometer Leerrohre verlegt. Der Ausbau wird mit rund 2,1 Millionen Euro gefördert. 5.099 Haushalte, 286 Unternehmen und 27 Institutionen erhalten Anschlüsse mit Datenübertragungsraten von mindestens 50 MBit/s.

Zu diesen Institutionen zählt auch das Bundessortenamt (BSA) mit Hauptsitz in Hannover. Die BSA ist zuständig für den Sortenschutz von Pflanzen und unterstützt damit letztendlich die biologische Viel­falt. In Neustadt am Rübenberge, und damit im Ausbaugebiet der Region Hannover, befindet sich die Prüfstelle Scharnhorst. Zwischen ihr und der Zentrale in Hannover müssen großen Datenmengen ausge­tauscht werden. „Mit Hilfe von geographischen Informationssystemen können die Parzellenversuche am PC maßgetreu und genau geplant werden“, erklärt Nora Quett, BSA-Referatsleiterin im Bereich Kommunikation, Biopatent-Monitoring und Qualitäts­management. Der Breitbandausbau führe laut Quett auch zu besseren Kommunikationsmöglichkeiten mit Kunden und regionalen Dienstleistern des BSA.

Von West nach Ost

Vodafone Gigabit Leipzig

Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gaben Ende Oktober den Startschuss für den Gigabit-Ausbau in Leipzig
Vodafone

Im Nordwesten der Region Hannover schließt sich der Landkreis Nienburg an, der Anfang Oktober den ersten Spatenstich für den Breitbandausbau feiern konnte. Bis Ende 2019 sollen hier 550 Kilometer Glasfaser für rund 8.300 Haushalte und Unter­nehmen verlegt werden, denen nach dem Ausbau mindestens 50 MBit/s im Down­stream zur Verfügung steht. 40 Prozent der Haushalte werden dann sogar mit bis zu 1 GBit/s versorgt. Auch die Schulen werden Gigabit-Bandbreiten erhalten. Nach dem Ausbau wird der Landkreis zu 96,8 Prozent mit schnellem Internet versorgt sein. Finanziert wird der Ausbau unter anderem durch Fördergelder des Bundes und des Landes, die insgesamt 17,4 Millionen Euro zur Verfügung stellen. 13,8 Millionen Euro steuern Kommunen und Landkreis aus Eigenmitteln bei. Darüber hinaus investiert das ausbauende Tele­kommuni­kations­unter­nehmen Northern Access weitere acht Mil­lionen Euro, so dass insgesamt 39 Millionen Euro in den Breitbandausbau im Land­kreis Nienburg fließen.

Noch weiter im Westen, fast an der Grenze zu den Niederlanden, sorgt die Deutsche Glasfaser für Highspeed-Internet. Die Samtgemeinde Neuenhaus hat einen Vertrag für 36 gemeindliche Gebäude wie das Rathaus, den Bauhof, Schulen und Kindergär­ten oder die Feuerwehrgerätehäuser in den einzelnen Ortsteilen unterschrieben, da­mit die Gebäude einen Glasfaseranschluss erhalten. Damit setzt der Gemeinderat ein Zeichen, denn der Vertrag ist Teil der laufenden Nachfragebündelung. Erst wenn die Deutsche Glasfaser eine Quote von 40 Prozent erreicht hat, wird sie das Glasfaser­netz auch bauen.

Diese Quote hat das Unternehmen aus dem münsterländischen Borken in Brandis im Landkreis Leipzig erreicht. Hier steht der Bau eines FTTH-Glasfasernetzes kurz bevor. Die Stadt investiert sieben Millionen Euro. Bis zum Frühjahr 2019 sollen 4.000 Glasfaseranschlüsse entstehen. Dagegen können die Bewohner im rund 20 Kilometer entfernten Thallwitz bereits mit Gigabit-Geschwindigkeit im Word Wide Web surfen. Ende Oktober wurde hier das Netz der Deutschen Glasfaser nach sechs Monaten Bauzeit in Betrieb genommen.

In Stadt und auf dem Land

Während die Münsterländer eher auf dem Land tätig sind, sorgt Vodafone in ost­deutschen Städten für Gigabit-Geschwindigkeiten über das Fernsehkabel. In Meck­lenburg-Vorpommern rüstet Vodafone sein Netz in Schwerin und Greifswald auf. „Und bis März 2019 werden wir über unser Kabel-Glasfasernetz allein in diesem Bundes­land rund 123.000 Haushalte mit Gigabit versorgen“, ergänzt Vodafone-Deutsch­land-Chef Hannes Ametsreiter. In Sachsen will der Düsseldorfer Tele­kommuni­kations­anbie­ter bis Jahresende sogar über 500.000 Haushalte mit Gigabit-Anschlüssen ausstat­ten. Der Startschuss viel Ende Oktober in Leipzig.

Telekom Ausbau Frankfurt ABG

FTTH-Technik zum Anfassen (v.l.n.r.): Johannes Jansen, Leiter Competence Center Wohnungswirtschaft der Telekom Deutschland, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland sowie Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding und Frank Bothe, Leiter der Telekom-Technik-Niederlassung Südwest
Deutsche Telekom

Auch der zweite große Kabelnetzbetreiber, Unitymedia, rüstet sein Netz auf und bietet bereits in Bochum und Frankfurt am Main Internetzugänge mit bis zu 1 GBit/s an. In der Mainmetropole macht jedoch auch die Deutsche Telekom von sich als Kabelnetz­betreiber reden. Sie wird in den kommenden zehn Jahren rund 10.000 Neubauwoh­nungen der ABG Frankfurt Holding an ihr Glasfasernetz anschließen. Die Glasfaser wird dabei bis an die Wohnungen reichen (FTTH).

Die Telekom wird aber nicht nur Glasfaser für Internet, Telefonie und IPTV verle­gen, sondern auch für den Empfang von Kabelfernsehen. „Eine TV-Grundversor­gung, die ausschließlich auf Glasfaser beruht, ist bisher einzigartig im Kabelmarkt“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland GmbH. Daneben geht der herkömmliche Breitbandausbau der Telekom ebenfalls wei­ter. In ihrem Blog ist nachzulesen, wo jetzt bzw. in Zukunft Geschwindigkeit zwischen 50 und 250 MBit/s zur Verfügung stehen.


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Marc Hankmann

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