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27.04.2019 - 15:30
Audiotheken

RTL gegen ARD: Audiotheken im Test

Wer bietet den perfekten Hörgenuss?

Beim Thema Audio-Strea­ming denken die meisten Leser vermut­lich zuerst an Musik. Mit Ange­boten wie Spotify oder Deezer sind mitt­ler­weile einige bekannte, kosten­pflich­tige Dienste am Markt verfügbar, die darüber hinaus auch Wort­bei­träge bezie­hungs­weise Podcasts im Programm haben. Nun gibt es aber auch viele Hörer, die keinen Bedarf an Musik haben und sich eher für Themen wie Doku­men­ta­tionen, Infor­ma­tionen oder Hörbü­cher inter­es­sieren. Und eben für diese Ziel­gruppe ist es womög­lich sogar viel sinn­voller, auf ein kosten­pflich­tiges Abo zu verzichten. Wir haben uns mit der ARD Audio­thek sowie dem kürz­lich gestar­teten Angebot "Audio Now" der RTL Group zwei kosten­lose Ange­bote ange­schaut. Eines kann dabei schon vorab fest­ge­halten werden: Auch kosten­lose Ange­bote haben den Hörer durchaus viel zu bieten.

ARD-Audio­thek

Audio Now von RTL

Audio Now von RTL
Graphik: RTL Radio, Screenshot: Michael Fuhr/teltarif.de

Die ARD-Audio­thek war in Sachen Wort­bei­trägen bislang der unan­ge­foch­tene Markt­führer. Hier gibt es quasi das komplette Wort­pro­gramm aller ARD-Radio­sender zum Nach­hören. Die App ist dabei in verschie­dene Themen­be­reiche, wie beispiels­weise Dokus und Repor­tagen, Hörspiel, Lesungen, Forschung, Ratgeber sowie Inter­views unter­teilt. Sobald der Hörer einen Bereich auswählt, bekommt er alle verfüg­baren Beiträge aus den ARD-Radio­sta­tionen ange­zeigt. Dabei haben die Redak­teure scheinbar auch auf eine gute Durch­hör­bar­keit geachtet. Die meisten Beiträge haben einen Umfang von einigen Minuten bis hin zu einer Stunde. Damit eignen sich die Podcasts auch bequem für unter­wegs, zum Beispiel im Auto auf dem Weg zur Arbeit.

Wer bereits eine Lieb­lings­sen­dung auf einem bestimmten Programm hat und diese direkt nach­hören möchte, kann dies eben­falls im App-Menü unter dem Punkt "Sender" tun. Sehr prak­tisch ist zudem die Funk­tion "Abos". Hier können Lieb­lings­sen­dungen hinter­legt werden, die Audio­thek benach­rich­tigt dann auto­ma­tisch, sofern eine neue Folge zur Verfü­gung steht. Dazu gibt es noch eine Merk­liste und die Option, einzelne Beiträge herun­ter­zu­laden. Das ist vor allem sinn­voll, wenn mal keine mobile Daten­ver­bin­dung oder WLAN zur Verfü­gung steht. Ein wich­tiges tech­ni­sches Feature der Audio­thek ist die Chro­me­cast-Unter­stüt­zung. Das ist natür­lich insbe­son­dere für den leider mitt­ler­weile nicht mehr aktiv vermark­teten Chro­me­cast-Audio inter­es­sant, mit dem man die Podcasts quasi für bessere Tonqua­lität direkt auf die Hifi-Anlage schi­cken kann. Grund­sätz­lich läuft die App aller­dings auf allen Android-Geräten, so zum Beispiel auch auf Tablets. Sofern die Hard­ware kompa­tibel mit Blue­tooth ist, können die Podcasts dann auch auf Blue­tooth-Laut­spre­chern abge­spielt werden.

Audio Now

Die RTL-Group star­tete kürz­lich mit Audio Now eben­falls eine Audio­thek, die aller­dings noch nicht ganz so umfang­reich wie ihr öffent­lich-recht­li­ches Pendant ist. Dafür hat sich Audio Now explizit für Dritt­an­bieter geöffnet. Man findet dort viele renom­mierte Beiträge der New York Times, Zeit, Stern sowie aus zahl­rei­chen anderen Fach­pu­bli­ka­tionen. Im Angebot ist zum Beispiel auch "Ellen on the Go", die Podcast-Version der Show von Amerikas beliebter Mode­ra­torin Ellen DeGe­neres. Ähnlich wie in der ARD-Audio­thek besteht die Möglich­keit, sich einzelne Abon­ne­ments einzu­richten bezie­hungs­weise Podcasts herun­ter­zu­laden. Wer nicht genau weiß, nach welchem spezi­ellen Thema er suchen möchte, kann in Audio Now durch verschie­dene Genres scrollen. Diese sind beispiels­weise die Gebiete Wissen, Tech, Hobby, Sport, Reisen, oder Kinder.

Was im Gegen­satz zur ARD-Audio­thek sofort auffällt: Viele Podcasts gehören eher in die Kate­gorie "Popu­plär­themen". Auch gibt es sehr spezi­elle Beiträge zu Berei­chen wie der New Economy, insbe­son­dere Soft­ware, Digi­ta­li­sie­rung und Ratgeber. Obwohl die App eine offene Platt­form ist, findet man prak­tisch keine Podcasts der deut­schen öffent­lich-recht­li­chen Medien. Das ist zwar mit Blick auf die ARD-Audio­thek verständ­lich, dennoch wäre es natür­lich für die Hörer wünschens­wert, auf einer offenen Platt­form alle Inhalte an einem Ort zu finden. Wichtig hervor­zu­heben ist nicht zuletzt bei Audio Now wie bei seinem öffent­lich-recht­li­chen Pendant auch die Chro­me­cast-Unter­stüt­zung, welche aller­dings nicht allge­mein im Haupt­menü der App, sondern direkt in den einzelnen Podcast-Beiträgen akti­viert werden kann.

Fazit: Mehr Auswahl bei Audio Now

Die ARD hat zwar in ihrer Audio­thek ein breites Angebot an quali­tativ hoch­wer­tigen Podcasts, doch letzt­end­lich bietet Audio Now als offene Platt­form ein wesent­lich viel­sei­ti­geres Spek­trum gerade auch an inter­na­tio­nalen Beiträgen. Man könnte sagen, dass RTL sich mit seinem Angebot in eine Art "TuneIn" für Podcasts entwi­ckelt. Auf lange Sicht dürfte das Angebot zudem deut­lich aufge­stockt werden. Beim Thema TuneIn sollte man natür­lich ebenso nicht uner­wähnt lassen, dass es auch hier ein durchaus respek­ta­bles Podcast-Angebot gibt, obgleich diese eher inter­na­tio­nalen Charakter haben und sich die App primär auf das Thema Live-Radio fokus­siert (weshalb sich kein Vergleich zu den anderen beiden Test­kan­di­daten anbietet). Frag­lich ist aller­dings, ob die Hörer lang­fristig mehrere Podcast-Apps parallel auf ihren Smart­phones oder Tablets instal­lieren. Die ARD wäre vor diesem Hinter­grund gut beraten, ihre Inhalte bei Audio Now beizu­steuern.

Das Kinder­pro­gramm "Kakadu" des Deutsch­land­ra­dios wird zum Podcast. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.


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Björn König

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