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24.03.2020 - 14:18
Corona-Krise

Auch die ARD empfiehlt Rundfunk statt Streaming

Klassische Technologien entlasten die Netze

Jetzt rät auch die ARD allen Fern­sehzu­schauern und Radio­hörern, in diesen Tagen Hörfunk und TV über Rund­funk­tech­nolo­gien zu nutzen. Das Infor­mati­onsin­teresse ist hoch wie selten, Einschalt­quoten steigen, Strea­ming-Abrufe werden mehr. Trotz Rekord­reich­weiten halte die Sende­infra­struktur der ARD den außer­ordent­lichen Anfor­derungen während der Coro­nakrise stand. Sollte es gerade im Strea­ming-Bereich zu Engpässen kommen - Anbieter wie Netflix, YouTube und Amazon haben ihre Über­tragungs­raten bereits redu­ziert - empfiehlt die ARD, auf klas­sische Empfangs­wege zurück­zugreifen. Auch um das Netz zu entlasten. Zur inter­netun­abhän­gigen Rund­funk­über­tragung zählen der TV-Empfang via Satellit, Kabel und DVB-T2 sowie der Hörfunk-Empfang per UKW und DAB+.

Mitar­beiter der Sender­betriebe sicherten wie gewohnt im 24-Stunden-Betrieb die Funk­tions­fähig­keit dieser Anlagen und damit die Versor­gung der Bevöl­kerung mit den Hörfunk- und Fern­sehpro­grammen des öffent­lich-recht­lichen Rund­funks.

ARD-Vorsit­zender Tom Buhrow: "Unsere Infra­struktur ist darauf ausge­richtet, zu jedem Zeit­punkt verläss­lich zu funk­tionieren. Das ist eine der zentralen Aufgaben des öffent­lich-recht­lichen Rund­funks in Krisen­zeiten. Die Zuschauer und Hörer können auf unsere Rund­funk­technik vertrauen."

Lesen Sie dazu auch den nach­folgenden Appell.


18.03.2020 - 15:01
Corona

Appell: Radio und Fernsehen über Rundfunk nutzen!

Klassische Technologien entlasten die Netze

Radio sollte über Antenne genutzt werden statt über Streaming

Radio sollte über Antenne genutzt werden statt über Streaming
Bild: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa

Noch nie haben gleich­zeitig so viele Menschen welt­weit von zu Hause aus gear­beitet, oft spielt auch der Mobil­funk in diesen Tagen eine zentrale Rolle, um die Kommu­nika­tion aufrecht­zuer­halten. Umso wich­tiger ist es in der aktu­ellen Lage, Fern­sehen, Radio und Musik­genuss nach Möglich­keiten über klas­sische Rund­funk­tech­nolo­gien bezie­hungs­weise im Fall von Musik­konsum physisch zu nutzen, um Netze (vor allem den Mobil­funk) zu entlasten. Zwar beteuern die Tele­kommu­nika­tions­konzerne, dass die Netze dem aktu­ellen Ansturm stand­halten und ausrei­chend Reserven vorhanden sind, dennoch lässt sich unnö­tiges Strea­ming aktuell vermeiden.

Fern­sehen: DVB-T2, Satellit, Kabel und IPTV

Im Fern­sehen gibt es verschie­dene Möglich­keiten anstelle von Strea­ming auf Rund­funk­tech­nolo­gien zuzu­greifen: Am einfachsten geht das über Antenne (DVB-T2 HD). Hier sind vieler­orts die öffent­lich-recht­lichen Sender mit einfa­cher Zimmer­antenne zu sehen. Für die Privat­sender in HD ist aller­dings ein kosten­pflich­tiges Abon­nement mit dem Anbieter freenet TV erfor­derlich. Viel­leicht wäre es in Absprache zwischen Sendern und dem Platt­form­betreiber Media Broad­cast möglich, die Verschlüs­selung der Programme temporär aufzu­heben, um möglichst vielen Menschen einen verein­fachten Zugang zu Infor­mati­onsan­geboten zu bieten.

Alter­native zu DVB-T2 HD ist Satel­liten-Empfang. Die Instal­lation einer Anlage ist jedoch etwas aufwen­diger und nicht überall möglich. So muss eine Ausrich­tung nach Süden vorhanden sein, um die Ange­bote der für Deutsch­land zustän­digen Satel­liten­posi­tion 19,2° Ost (Astra) zu empfangen. Eine kleine, kompakte Antenne reicht aus. Diese kann man auch auf dem Balkon, auf einem Fens­terbrett oder der Terrasse aufstellen. Wer nicht in die Haus­wand bohren darf, kann soge­nannte Kabel­durch­führungen nutzen, die man beispiels­weise in Fenster oder der Balkontür einklemmen kann.

Die meisten Fern­sehge­räte haben ein Empfangs­teil für Satel­liten­empfang (DVB-S/S2) an Bord; falls nicht vorhanden, benö­tigt man einen digi­talen Satel­liten­receiver, der ab 20 Euro im Handel erhält­lich ist.

In vielen Wohnungen und Häusern ist theo­retisch auch ein Kabel­anschluss vorhanden. Wer diesen aktuell nicht nutzt, sollte sich beim zustän­digen Netz­betreiber über die Möglich­keiten erkun­digen.

Die Lösung IPTV wäre auch eine Alter­native. Das Signal wird hierbei zwar aus dem Internet bereit­gestellt, aller­dings per Multi­cast, also an theo­retisch unbe­grenzte Teil­nehmer zu den Zuschauern geschickt, sodass es hier kaum zu Belas­tung kommt. IPTV gibt es unter anderem von der Telekom (Magenta TV) und Voda­fone (Giga TV).

Radio: UKW und DAB+ nutzen

Im Radio­bereich sollten in den kommenden Wochen vorrangig klas­sische Rund­funk­tech­nolo­gien wie UKW und DAB+ genutzt werden. Beide Tech­nolo­gien sind krisen­sicher und erlauben eine unein­geschränkte Infor­mation der Bevöl­kerung ohne Inter­netver­bindung. Ein UKW-Radio hat fast jeder in seinem Haus­halt, häufig ist UKW-Empfang auch in Smart­phones oder Tablets einge­baut.

Das Digi­talradio DAB+ bietet den Vorteil, dass mehr Infor­mati­onspro­gramme wie etwa SWR Aktuell zu hören sind, die es nicht oder nur punk­tuell auf UKW gibt und das momentan gestie­gene Infor­mati­onsbe­dürfnis befrie­digen. Auch für Kinder, die momentan zu Hause sind, gibt es im Digi­talradio spezi­elle, regional verbrei­tete Ange­bote wie Radio Teddy oder Die Maus (WDR).

Webstrea­ming an PC, per App oder WLAN-Radio sollte in den kommenden Wochen nur zweite Wahl sein, falls es gar keine andere Möglich­keit gibt. Das bedeutet aber auch, dass Nutzer den Konsum über Musik­streamer wie Spotify und Co. redu­zieren und als Alter­native einmal wieder auf die persön­liche MP3-Samm­lung oder physi­sche Tonträger - sofern über­haupt noch vorhanden - zugreifen sollten.

Allge­mein sollten in diesen Krisen­zeiten alle Internet-Strea­ming über Media­theken, Video-on-Demand-Portale, Strea­ming­dienste oder Platt­formen wie YouTube vor allem über Mobil­funk in den Kern­geschäfts­zeiten, also zwischen 8 und 18 Uhr, nach Möglich­keit redu­zieren und auf den Abend verla­gern, damit es zu keiner unnö­tigen Netz­belas­tung kommt.

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