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26.08.2019 - 18:54
Klarheit

5G-Frequenzen stehen fest - Starttermine noch nicht

Frequenzpläne für 2 GHz und 3,6 GHz veröffentlicht

Eher zufällig verrät die Home­page der Bundes­netz­agentur, dass die Behörde schon am 2. August über die Zuord­nung der in Mainz verstei­gerten Frequenz­blöcke entschieden hat.

497 Runden

Die exakten Frequenzen für 5G sind von der der Bundesnetzagentur festgelegt worden.

Die exakten Frequenzen für 5G sind von der der Bundesnetzagentur festgelegt worden.
Foto: Picture Alliance / dpa

Vom 19. März bis zum 12. Juni waren die Frequenzen in den Berei­chen 2 GHz und 3,6 GHz verstei­gert worden. An der Auktion durften die Firmen Dril­lisch Netz AG, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, die Telekom Deutsch­land GmbH und die Voda­fone GmbH - so die jewei­ligen offi­ziellen Namen der bietenden Unter­nehmen - teil­nehmen. Alle Bieter waren erfolg­reich.

Für die Bundes­repu­blik war die Auktion lukrativ: Nach 497 Runden bei 6 549 651 000 Euro auf der Uhr.

41 Frequenz­blöcke vergeben

Gegen­stand der vergan­genen Frequenz­auktion im Mainz waren bekannt­lich 41 Frequenz­blöcke aus den Frequenz­berei­chen 2 GHz und 3,6 GHz gewesen. Zum Groß­teil wurden die Blöcke bezüg­lich ihrer Lage im Spek­trum "abstrakt" verstei­gert. Das bedeutet, den bietenden Unter­nehmen standen Frequenzen zur Verfü­gung, aber es war noch unklar, wo diese genau liegen würden.

Immerhin: Im 3,6-GHz-Bereich wurden der oberste und der unterste Block mit konkreter Frequenz­lage verstei­gert, d.h. jeder Bieter wusste dabei schon vorher, auf welche konkrete Frequenz er sich einlassen würde.

Nach dem Zuschlags­bescheid jetzt das Zuord­nungs­verfahren

Im Anschluss an das Ende der Auktion mit Aushän­digung der soge­nannten Zuschlags­bescheide folgte mit dem "Zuord­nungs­verfahren nun die konkrete Zuord­nung der abstrakt erstei­gerten Blöcke entspre­chend dem in der Entschei­dung der Präsi­denten­kammer vom 26. November 2018 (Az. BK1-17/001, Punkt IV.4.2) vorge­sehenen Verfahren", wie es in sprödem Behör­dendeutsch auf der Home­page heißt.

Schauen wir uns das einmal genauer an.

So sieht der konkrete Frequenzplan der Bundesnetzagentur aus.

So sieht der konkrete Frequenzplan der Bundesnetzagentur aus.
Grafik: Bundesnetzagentur

2 GHz im Detail

Im Bereich bei 2 GHz gibt einen Block von 1.920-1.940 MHz der mit 2.110 und 2.130 MHz gepaart ist, der ging an die Voda­fone Deutsch­land. Nebenan zwischen 1.940 und 1.960 MHz bzw. 2.130 und 2.150 MHz dürfen die Kollegen von Telefónica (o2) funken und wiederum darüber wird die Deut­sche Telekom zwischen 1.960-1.980 und 2.150 und 2.170 MHz funken. Diese Frequenzen ("Band­lage") gelten aber nur vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2025.

Ab dem 1. Januar 2026 ändert sich das ein biss­chen: Während Voda­fone und Telekom ihre Frequenzen beibe­halten, wird das Band von Telefónica in der Mitte durch­getrennt und fortan stehen Telefónica nur noch 10 MHz, jeweils von 1.940-1.950 MHz und 2.130-2.140 MHz zur Verfü­gung, den übrigen Bereich erhält die 1&1-Dril­lisch, nämlich von 1.950-1.960 und von 2.140-2.150 MHz. Dieser Plan behält Gültig­keit bis zum 31. Dezember 2040.

3,6 GHz im Detail

Im Bereich zwischen 3,4 und 3,7 GHz sieht es wie folgt aus:

Von 3.400 MHz (3,4 GHz) bis 3.490 MHz darf Voda­fone funken. Neben­dran von 3.490 MHz bis 3.540 MHz wird 1&1-Dril­lisch aktiv werden, gefolgt von Telefónica zwischen 3.540 und 3.610 MHz. Abschluss bildet die Telekom zwischen 3.610 MHz und 3.700 MHz. Oben­drüber zwischen 3.700 MHz und 3.800 MHz sollen dann später die soge­nannten Campus­netze mit eigenen Lizenzen funken dürfen.

Etwas Statistik

Schaut man sich die Statistik an, haben Dril­lisch bei 2 GHz 2x 10 MHz (Duplex), und bei 3,6 GHz 50 MHz (Ping-Pong-Verfahren) erstei­gert. Telefónica bekam 2x 20 MHz bei 2 GHz und 70 MHz bei 3,6 GHz. Telekom und Voda­fone erstei­gerten auf 2 GHz jeweils 2x 20 MHz und auf 3,6 GHz jeweils 90 MHz an Band­breite.

Ob die Zutei­lungs­urkunden schon verschickt wurden und ab wann konkret sie gelten, ist noch nicht bekannt. Man darf davon ausgehen, dass die Netz­betreiber sich dazu in Kürze selbst melden dürften.

In einem Edito­rial haben wir seiner­zeit erläu­tert, dass die letzte 5G-Mobilfunk-Auktion nicht gut für die Mobilfunkkunden war: Diese werden weiterhin viel Geld für mittelmäßige Leistung zahlen müssen.


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