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19.06.2017 - 18:32
Umfrage

DVB-T2 HD: Viele Verbraucher könnten abspringen

Gut ein Drittel unentschlossen

Zahlreiche aktuelle Nutzer des terrestrischen Fernsehsignals DVB-T2 HD könnten einer Umfrage zufolge abspringen, wenn der Empfang privater Sender ab Juli kostenpflichtig wird. Über 14 Prozent hätten sich bereits für einen Wechsel auf andere Empfangswege entschieden, ergab eine Befragung von 2000 Haushalten in Deutschland, die der Branchenverband gfu heute veröffentlichte. 35,1 Prozent der Befragten seien unschlüssig, ob sie wechseln werden oder nicht.

Laut der Umfrage wollen 7,8 Prozent der Befragten zum Kabelfernsehen wechseln, 3,9 Prozent zum Satellitenfernsehen und 2,6 Prozent zum TV über das Internet. Rund jeder Zweite wolle dabeibleiben. Die Zahlen zeigten, dass die Zuschauer durchaus bereit seien, für bessere Bildqualität einen Mehrpreis zu akzeptieren, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu.

Mit dem neuen Standard lassen sich erstmals gut vierzig Sender auch in Full-HD per Antenne empfangen. Die Privatsender verlangen jedoch ab Juli eine Gebühr von 69 Euro im Jahr. Der Plattformbetreiber Freenet TV, der auch Settop-Boxen für den Empfang des digitalen Signals vertreibt, übernimmt die Abrechnung und Freischaltung. Insgesamt gibt es in Deutschland 3,4 Millionen Haushalte, die das TV-Signal terrestrisch empfangen, mehr als die Hälfte jedoch an ihrem Zweit- oder Drittgerät. Freenet TV erwartet, dass bis Jahresende mehr als 800000 Kunden sich die künftig kostenpflichtigen Privatsender freischalten lassen werden.

dpa /


23.03.2017 - 19:21
Antennenfernsehen

DVB-T2: Viele schwarze Bildschirme ab 29. März

2016 nur eine halbe Million DVB-T2-Receiver verkauft

Schwarzer Bildschirm

Vielen Antennenzuschauern droht ein schwarzer Bildschirm
Foto: Michael Fuhr

Ein Mittelklasse-Hotel in Berlin: In den Hotelzimmern stehen Fernseher, die das Programm über das digital-terrestrische Fernsehen DVB-T beziehen. Die an der Wand angebrachten Geräte von Samsung sind gut sieben Jahre alt und damit nicht für DVB-T2 tauglich.

Ab dem 29. März wird der Hotelier also sein blaues Wunder erleben, wenn er nicht noch schnell Ersatz ordert: Die Bildschirme werden schwarz werden, die Hotelwerbung für "kostenloses TV" im Hotelprospekt und auf der Website zur Farce. Es ist nur eines von ganz vielen Beispielen: Viele befürchten ein großes Chaos.

Auch neue TV-Geräte häufig nicht DVB-T2-tauglich

Ein anderes Beispiel aus dem Bekanntenkreis des Autors: Die Personen im Haushalt werden zwar ständig per Laufbänder in den Programmen dazu aufgefordert, sich neue Hardware für DVB-T2 anzuschaffen, um nach dem 29. März weiter über Antenne fernsehen zu können. Sie selbst sehen aber keinen Handlungsbedarf, da ihr Fernseher "doch noch ganz neu" sei und das neue Antennenfernsehen "bestimmt empfängt". Ganz neu - das heißt in diesem Fall zwei Jahre. Ein Schnelltest ergab: Das Gerät ist nicht DVB-T2-tauglich, auch hier wird es also ab dem 29. März einen schwarzen Bildschirm geben.

Um zu überprüfen, ob die aktuelle Hardware DVB-T2-tauglich ist, reicht in den meisten Regionen bereits ein Suchlauf am Gerät. Denn seit dem vergangenen Jahr gibt es schon ein Vorab-Angebot im DVB-T2-Modus. Können Fernseher oder Set-Top-Box diese Programme mit Bild und Ton störungsfrei darstellen, ist die Hardware für DVB-T2 geeignet.

Aus dem Umfeld anderer hört man, dass sie nicht dazu bereit sind für werbefinanzierte Privatsender zusätzliches Geld auszugeben: "Öffentlich-rechtliche reicht, dazu haben wir gerade maxdome-Abo abgeschlossen", heißt es von weiteren Bekannten des Autors. Wiederum andere wollen künftig ganz auf lineares Fernsehen verzichten und nur noch non-lineare Angebote wie Online-Videotheken nutzen. DVB-T2 könnte sich also zu einem großen Flop entwickeln, vertraut man diesen Aussagen.

Deutsche TV-Plattform sieht Dynamik im Geräteverkauf

Von solchen Problemen will die Deutsche TV-Plattform aber nichts wissen: Die bevorstehende Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD gewinne vielmehr an Dynamik, teilt das Konsortium mit. Im Januar 2017 wurden laut GfK Retail&Technology rund 165 000 Set-Top-Boxen verkauft, die DVB-T2 empfangen können. Das entspricht einer Steigerung um 109 Prozent gegenüber Dezember 2016 (79 000 Stück). 81 Prozent (134 000 Stück) der im Januar verkauften Set-Top-Boxen seien mit dem grünen Logo "DVB-T2 HD" ausgestattet und damit in der Lage, sowohl die öffentlich-rechtlichen, als auch die verschlüsselten privaten TV-Sender zu empfangen.

Von Anfang 2016 bis Ende Januar 2017 wurden insgesamt 503 000 DVB-T2 Set-Top-Boxen abgesetzt, davon 351 000 (70 Prozent) mit grünem Logo inklusive Zugang zum Privat-TV-Angebot freenet TV. Das sind allerdings Peanuts, bedenkt man, dass aktuell 7,4 Millionen TV-Haushalte ihr Fernsehprogramm über Antenne beziehen. Offen ist, wie viele Haushalte bereits über Fernsehgeräte mit eingebautem DVB-T2-Empfang verfügen.

Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage im Zeitraum vom 14. Februar bis 8. März 2017 telefonisch bei über 2000 Personen durch Kantar TNS im Auftrag der Initiative DVB-T2 HD sei die Umstellung bei bereits 84 Prozent aller DVB-T-Nutzer, also auch jenen, die diese Empfangsart für Zweit- und Drittgeräte nutzen, bekannt. Zuschauer, die ausschließlich DVB-T nutzen, seien zu 94 Prozent informiert. Es wird sich zeigen, ob das große Chaos bei der Umstellung möglicherweise doch ausbleibt.

Eine Übersicht aktueller, für freenet TV und somit DVB-T2 geeigneter Receiver haben wir für Sie zusammengestellt. Mit diesen können bestehende Fernseher nachgerüstet werden.


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