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14.06.2018 - 13:48
Anga Com

Mit Gigabit, Glasfaser & Super-Mediathek in digitale Zukunft

Branchenriesen diskutieren auf Anga Com

Deutschland auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft, der Glasfaser-Ausbau und die Fusion Vodafone/Unitymedia: Diese Themen beherrschten den Breitband- und Mediengipfel der diesjährigen Anga Com.

Die letzten Meter zum Kunden sind für Dr. Dirk Wössner, Vorstand der Deutschen Telekom AG, entscheidend beim Glasfaserausbau. Die Glasfaser liege bereits in jeder Straße, es sei im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie das als Vorbild genannte Portugal aufgrund verschiedener Richtlinien aber nicht einfach, dieses auch in die Wohnung zu bringen. Dabei könnte auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft die Übertragung auf den letzten Metern auch per Funk realisiert werden.

Die Kabelnetzbetreiber "bieten zwar höhere Nominalgeschwindigkeit, aber abends um 20 Uhr kann es auch dort schon einmal eng werden", sagt Wössner. Er äußerte starke Bedenken zur anstehenden Übernahme von Unitymedia durch Vodafone. "Wir freuen uns zwar über Wettbewerb. Dieser muss aber fair sein." Vor allem im Fernsehmarkt und in der Wohnungswirtschaft entstünde durch die Fusion ein unfaires Konstrukt. Einer bekäme die Einspeiseentgelte "und wir müssen für den Content bezahlen", so seine Klage.

Vodafone sieht sich nach Fusion mit Unitymedia "nicht marktdominierend"

"Elefantenrunde" auf der Anga Com

"Elefantenrunde" auf der Anga Com
Foto: Michael Fuhr

Dr. Manuel Cubero, Chief Commercial Officer bei Vodafone Deutschland, wies diese Kritik zurück: Mit 20 Prozent habe das Unternehmen nach einer Fusion mit Unitymedia keine Dominanz auf dem Breitbandmarkt, ebenso wenig mit 37 Prozent im TV-Markt. Er wiederholte das Vorhaben, bis 2021 für 25 Millionen Kabelhaushalte 1 GBit/s anzubieten.

Wössner entgegnete für die Telekom jedoch, dass Kunden oft gar keine Wahl hätten. Es gebe millionenfach Exklusivverträge, weil der Kabelanschluss bereits über die Miete abgerechnet würde. Satellitenempfang als Alternative falle vielerorts auch weg, da es den Mietern verboten sei eine Schüssel aufzubauen.

Unitymedia-Chef Lutz Schüler sagte, dass Vodafone für sein Unternehmen einen "sehr guten Preis" gezahlt habe. Auf die Frage, wie es sein könne, dass die Nummer 2 im Markt die Nummer 1 aufkaufen könne, antwortete er: "Alles ist käuflich, es kommt nur auf den Preis an. Interessant ist das, was wir nun zusammen auf die Straßen bringen werden."

Er sieht in der Fusion keinen Wettbewerbsvorteil, sondern ein Modell, dass auch in anderen Ländern ein Erfolgsgarant sei. Das Kabel habe sich in Deutschland zunächst in der Hand eines Monopolisten befunden, sei dann in Stücke zerrissen worden, und es habe 18 Jahre gedauert, um daraus nun wieder eine marktfähige Infrastruktur zu machen, sagt Schüler. Die Telekom stehe unter einem enormen Druck, Glasfaser mit Gigabit-Datenraten anzubieten. Für Unitymedia-Kunden sei das dagegen schon jetzt in Bochum und bald auch in Frankfurt Realität.

ProSiebenSat.1: Wunsch nach mehr nationalem Content

"Monopole sind nie gut", äußerte sich ProSiebenSat.1-Chef Conrad Albert zur bevorstehenden Fusion von Unitymedia und Vodafone. Wichtig sei aber die Frage: "Wo entwickeln wir uns als digitale Gesellschaft hin?". Auf dem Land sei die digitale Infrastruktur oft noch katastrophal, die Bandbreiten reichten vielerorts nicht aus für Livestreaming. Hier böte die Fusion der beiden Netzbetreiber eine Chance. Diese dürfe aber nicht zulasten kleiner Anbieter gehen, wenn diese aus dem Markt verdrängt werden.

Für die Sendergruppe kündigte er an, dass künftig mehr deutsche Themen und Produktionen im Vordergrund stünden, da es derzeit einen Wunsch von Zuschauern nach mehr nationalem Content gebe, beispielsweise durch neue Magazine.

Mit gemeinsamer OTT-Plattform und eigenproduziertem Content gegen Netflix und Co.

Kooperationen mit bisherigen Konkurrenten seien gut und wichtig, um gegen neue Player wie Netflix oder Amazon zu bestehen, da es hier einen immer stärkeren "globalen Verdrängungswettbewerb" gäbe. Der Kooperationsgedanke reiche bis zu einer gemeinsamen OTT-Plattform aller deutscher Sender, wie sie aktuell diskutiert würde.

Mit eigenem Content auf Netflix und Amazon reagieren will auch Sky: Laut CEO Carsten Schmidt sei die erste eigenproduzierte Serie "Babylon Berlin" ein großartiger Erfolg. Nach der Erstausstrahlung beim Bezahlsender Sky 1 im Herbst 2017 soll Babylon Berlin Ende 2018 bei der ARD im Free-TV laufen. Sky plane dagegen nun schon die dritte Staffel.

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© WhatsBroadcast

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