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18.07.2019 - 12:00
Unitymedia

Grünes Licht: Vodafone darf Unitymedia übernehmen

Genehmigung ist aber an Auflagen geknüpft

Die EU-Wett­bewerbs­hüter haben die Über­nahme des Kölner Kabel­anbie­ters Unity­media durch den briti­schen Tele­kommu­nika­tions­konzern Voda­fone unter Auflagen erlaubt. Die Bedin­gungen für die Fusion sollen sicher­stellen, dass Kunden weiterhin von fairen Preisen, hoch­wertigen Dienst­leis­tungen und inno­vativen Produkten profi­tieren könnten, sagte EU-Wett­bewerbs­kommis­sarin Margrethe Vestager heute in Brüssel.

Auch Preis­stopp einge­baut

Die Übernahme von Unitymedia ist jetzt endgültig genehmigt.

Die Übernahme von Unitymedia ist jetzt endgültig genehmigt.
Bild: Picture-Alliance/dpa

Das neue Unter­nehmen müsse unter anderem garan­tieren, dass einem Inter­essenten - den Angaben zufolge Telefónica - Zugang zum Kabel­netz gewährt werde, um den Wett­bewerbs­druck zu sichern. Zudem dürften die Gebühren für frei empfang­bare Fern­sehsender, die ihre Programme über das Kabel­netz von Voda­fone in Deutsch­land über­tragen, nicht erhöht werden.

Vor etwa zwei Jahr­zehnten hatte die Deut­sche Telekom ihr TV-Kabel­netz auf Druck der EU-Kommis­sion abge­geben und sie an mehrere regio­nale Anbieter veräu­ßert. Die Kabel spielen längst auch beim schnellen Fest­netz-Internet eine entschei­dende Rolle.

Verfahren zieht sich seit Früh­jahr 2018

Voda­fone hatte im Früh­jahr 2018 ange­kündigt, die Kabel­netze von Liberty Global - in Deutsch­land unter dem Namen Unity­media tätig - auch in Ungarn, Tsche­chien und Rumä­nien für insge­samt etwa 18,4 Milli­arden Euro über­nehmen zu wollen. Mit dem Zukauf stärkt Voda­fone seine Posi­tion am deut­schen Tele­kommu­nika­tions­markt wesent­lich. Die Zahl der TV-Kunden springt von 7,7 auf 14 Millionen, die Zahl der Inter­netkunden wächst von 6,5 auf 10 Millionen - viele Kunden haben sowohl einen Fernseh- als auch einen Inter­netver­trag.

Die Geneh­migung kommt nicht ganz über­raschend: Bereits Ende Juni meldete Reuters, der Deal der Voda­fone Group zur Über­nahme von Liberty Global erhalte von den Wett­bewerbs­behörden der Euro­päischen Kommis­sion "Grünes Licht". Die Nach­rich­tenagentur nannte aber keine konkreten Quellen, sondern berief sich dabei auf „infor­mierte“ Kreise.

In Deutsch­land ist der Wider­stand gegen die Fusion immer noch sehr groß. Mitbe­werber Deut­sche Telekom sowie Bran­chen­verbände hatten die Fusion im Hinblick auf offene wett­bewerbs­recht­liche Fragen mehr­fach heftig kriti­siert. Zuletzt hatte auch der Bundes­verband Breit­band­kommu­nika­tion (BREKO) seine Kritik erneuert. teltarif.de berich­tete.

In einer weiteren Meldung lesen Sie, warum sich die Branche in einer ersten Stel­lung­nahme kritisch gegen­über der Entschei­dung zeigt.


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mit Material von dpa

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